Die Turbulenzen am Energiemarkt bringen Salzburgs Molkereien unter Druck. Etwa die Pinzgau Milch will nun mit einer ganz eigenen Idee gegensteuern.
Die enormen Preisschwankungen für Strom und Gas machen Salzburgs Molkereien zu schaffen! Auch bei der Pinzgau Milch fordert das Thema gewaltig, berichtet Geschäftsführer Markus Buchmayr der „Krone“.
„In den vergangenen sechs Monate haben wir 30 Prozent der Zeit im Management mit der Energieversorgung verbracht“, berichtet Buchmayr.
Ab Jänner müssen die Pinzgauer ihren Strom auf dem freien Markt einkaufen – damit ist die Molkerei den starken Strompreisschwankungen ausgeliefert. „Absichern können wir nicht mehr, das würde uns das Zwölffache kosten“, erklärt Buchmayr.
Was ihn besonders ärgert: Das Merit-order-System gilt nach wie vor – der Strompreis ist an den Gaspreis gekoppelt. „Wir müssen Energie für viel zu teures Geld einkaufen. Die EU arbeitet mit Verschleppungen“, so Buchmayr.
Nachsatz: „Wir werden uns durch die Krise kämpfen. Die Versorgungssicherheit ist gegeben, aber mit enormen finanziellem Aufwand.“ Zwischenzeitlich habe man eine Gasturbine wieder auf Öl umgestellt, um kurzfristig weniger stark abhängig zu sein. Dabei wird es allerdings nicht bleiben. Die Maishofener wollen in einem mehrjährigen Prozess einen „Millionenbetrag“ investieren – etwa Dampfkollektoren und Fotovoltaik-Anlagen sollen angeschafft werden, um die Abhängigkeiten zu lindern. Plus: „Wir wollen eine Energiegemeinschaft mit unseren Bauern gründen“, sagt Buchmayr. Heißt: Auch auf den Dächern der Landwirte sollen Fotovoltaik-Anlagen entstehen. Noch sei das Projekt in der Anfangsphase. Ähnlich ist die Lage auch bei Andreas Gasteiger. Der Chef der SalzburgMilch will 2023 nicht nur ein Hochregallager in Salzburg mit Solarpaneelen bestücken. Auch der Standort in Lamprechtshausen etwa soll energieautark werden – möglich machen soll es ein Heizkraftwerk. „Das macht es nicht günstiger, aber unabhängiger“, sagt Gasteiger.
Nachsatz: „Damit schützen wir das Unternehmen vor Einflüssen aus Drittstaaten.“ Noch vor einem Jahr kostete eine Kilowattstunde Strom 5 bis 8 Cent. Derzeit sind es 20 Cent. „Es ist grenzwertig, was sich da am Energiemarkt abspielt. Die Preise sind so volatil, dass wir es nicht mehr einschätzen können“, so Gasteiger.
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