Die Planungen für das Hochwasserschutzprojekt Rhesi schreiten hurtig voran. Das gilt allerdings auch für die veranschlagten Kosten. Diese werden aktuell mit rund 1,5 Millarden Euro beziffert.
An den vergangenen Tagen hat die Projektleitung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi über den Stand der Planungen informiert. Diese sind offenbar weit fortgeschritten. Oder um es mit den Worten von Walter Sandholzer, Mitglied der Gemeinsamen Rheinkommission, zu sagen: „Wir sind zwei Schritte vor der Ziellinie und freuen uns darauf, die Arbeit des letzten Jahrzehnts bald zur Genehmigung vorzulegen.“
Die diversen Modellversuche der vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass die ursprünglichen Projektpläne bereits sehr ausgereift waren. Ein paar Adaptierungen werden aber dennoch notwendig sein - etwa was die Erdbebensicherheit der Dämme betrifft. Weiters haben die Modellversuche ergeben, dass es mehr Querdämme zur Strömungslenkung benötigt. Der zusätzliche Aufwand sowie die Teuerung schlagen sich auch in den Kosten nieder: Wurden diese 2017 nach auf gut eine Milliarde Schweizer Franken budgetiert, so liegt die aktuelle Schätzung bereits bei knapp 1,4 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,5 Mrd. Euro).
Ein großes Thema - gerade auf Schweizer Seite - ist auch die Trinkwasserversorgung. Das Hauptproblem: Die Grundwasserfassungen am Rhein müssen während der Bauphase zeitweise ausgesetzt werden. Was auch bedeutet, die Brunnen neu anzuordnen und zusätzliche Verbindungsleitungen zu bauen. „Eine Herkulesaufgabe“, sagt Koordinatorin Dr. Christa Köppel.
Die Wasserversorger stehen vor einer Herkulesaufgabe. Sie müssen ihre Brunnen im Rheinvorland neu anordnen und zusätzliche Verbindungsleitungen zwischen ihren Versorgungsgebieten bauen. So wird gewährleistet, dass der Bevölkerung und Wirtschaft der Region auch in Zukunft genügend und qualitativ sehr gutes Trinkwasser aus dem Grundwasserbegleitstrom des Rheins zur Verfügung steht.
Dr. Christa Köppel, Präsidentin des Wasserwerks Mittelrheintal und Koordinatorin aller vier regionalen Wasserversorger im St. Galler Rheintal
Das Projekt Rhesi hat die Verbesserung des Hochwasserschutzes am unteren Alpenrhein zum Ziel. Die Abflusskapazität des Rheins wird über die gesamte Länge der Internationalen Strecke von 3100 auf 4300 Kubikmeter pro Sekunde erhöht.
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