Zu wenig Budget

Uni-Hilfeschrei: Minister Polaschek ist gefordert

Politik
07.11.2022 06:00

Österreichs Universitäten warnen: zu wenig Budget für Forschung und Systemerhaltung. Die Präsidentin der Konferenz fordert entschiedenes Handeln.

Uni brennt: So lautete das Motto 2009/10 bei Protesten zum Lehrbetrieb. Heute sind keine Leute auf der Straße. Dennoch brennt der Hut. Die Universitätskonferenz (Uniko) sendet SOS Richtung Bildungsministerium – zu wenig Budget! 500 Millionen zusätzlich für die kommenden Jahre. Doch man bräuchte zumindest das Doppelte. Heute gibt es einen Aktionstag.

Minister verweist auf Gespräche
Minister Martin Polaschek (ÖVP) hört die Signale. Er verweist auf Gespräche. „Es muss gehandelt werden“, sagt Sabine Seidler zur „Krone“. Sie ist Rektorin der TU Wien und Uniko-Präsidentin. „Die Situation ist kritisch.“ Das Budget ist fix. Aber man könne bei Mieten, Energie- und Personalkosten verhandeln, lässt der Minister verlauten.

Bildungsminister Martin Polaschek (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Bildungsminister Martin Polaschek

Rektorin Seidler hört das gerne, doch brauche man grundlegende Ressourcen. „Die Budgeterfolge der letzten Jahre droht man zu verspielen. Es kann nicht sein, dass wir nur das System erhalten.“ Das Budget wurde laut Ministerium von 12,3 auf nun 12,8 Milliarden erhöht. Aber man sei sich bewusst, dass es letztlich mehr brauche. Es solle zunächst auf Bedürfnisse der einzelnen Unis eingegangen werden. Das klingt langwierig.

Rektorin Sabine Seidler findet klare Worte und formuliert Forderungen an die Regierung. (Bild: Reinhard Holl)
Rektorin Sabine Seidler findet klare Worte und formuliert Forderungen an die Regierung.

Nobelpreis: Keine Dynamik für Forschungsförderung?
Dabei hat der Physiknobelpreis für Anton Zeilinger die Politik zu salbungsvollen Worten zur Bedeutung der Forschung veranlasst. Doch gerade junge Forscher/innen würden laut Uniko unter Ressourcenknappheit leiden. Seidler: „Es braucht ein klares Bekenntnis der Politik zur Förderung der Wissenschaft. Die gesamte Bundesregierung ist hier gefragt. Vom Bundeskanzler bis zum Wissenschaftsminister.“

Freilich müsse man die aktuelle Krisensituation berücksichtigen, sagt die in Deutschland geborene Forscherin Sabine Seidler. Aber viele andere Bereiche seien vergleichsweise viel besser gefördert worden als die Universitäten. „Wenn ich höre, man will verhandeln, dann bin ich schon skeptisch. Man muss der Politik sagen, Leute, ihr müsst was tun. Ich werde hier auch nicht nachgeben.“

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