Russlands Verteidigung

„Erste Reihe aus Sträflingen, dann Reservisten“

Ukraine-Krieg
16.10.2022 21:13

Ein abgefangenes Telefonat zeigt nun, wie die Russen ihre Vereidigung gegen die immer wieder anstürmenden Ukrainer organisieren: Die einzelnen Verteidigungslinien werden unterschiedlich bemannt - je nach Verzichtbarkeit.

An vorderster Front und damit am nächsten zu den anstürmenden Ukrainern stehen Sträflinge, von denen Tausende in den letzten Monaten unter Aussicht auf Straffreiheit angeworben wurden. „Dahinter“, so der Anrufer, dessen Telefonat abgefangen wurde, „stehen wir, die mobilisierten Reservisten.“ Erst dahinter würden sich die regulären Berufstruppen befinden.

„Von den eigenen Leuten erschossen“
Die Idee dahinter erklärt sich ebenfalls aus dem Telefonat: Die Reservisten in der zweiten Reihe hätten auch die Aufgabe, fliehende Sträflinge aus der ersten Reihe zu erschießen. Ebenso „bewacht“ die dritte Reihe an Berufssoldaten die zweite. „Es ist unmöglich, davonzulaufen. Wir werden sonst von den eigenen Leuten erschossen“, so der Anrufer.

Immer wieder kommt es zu schweren Auseinandersetzungen innerhalb der russischen Armee. Erst am Samstag haben auf einem Militärübungsgelände in der südrussischen Region Belgorod zwei „Freiwillige“ das Feuer eröffnet und elf Soldaten getötet, die sich zum Kampf in der Ukraine gemeldet hätten, heißt es.

Bilder: Verteidigungsgräben der Russen in Luhansk

Gewaltige Verteidigungsbauten
Nachdem die Ukraine zuletzt in einer Blitzoffensive alle vier von Russland völkerrechtswidrig eingenommenen Regionen teilweise zurückerobern konnte, versucht die russische Armee nun an mehreren Stellen sich einzuigeln: Das geschieht etwa im Oblast Luhansk, wo das Militär derzeit breite und tiefe Gräben aushebt, die den raschen Vorstoß von ukrainischen Panzern verhindern sollen.

Nächster Vorstoß im Süden?
Auch im Gebiet Cherson haben russische Besatzer der Bevölkerung erneut geraten, nach Russland auszureisen. Grund sei die Gegenoffensive der ukrainischen Armee, die laut eigenen Angaben im vergangenen Monat mehr als 600 Ortschaften zurückerobert hat und nun wieder an Fahrt aufnehmen dürfte. Bestätigte Meldungen dazu blieben aber am Wochenende aus.

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