Zusammen mit Neo-Coach

Liensberger musste „vieles von vorne aufrollen“

Wintersport
12.10.2022 08:42
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Katharina Liensberger hatte vor einem Jahr in Sölden ihr Aha-Erlebnis. Platz vier im dortigen Riesentorlauf war das weitaus beste Abschneiden der Vorarlbergerin beim alpinen Ski-Weltcup-Auftakt. So soll es für sie am Samstag nächster Woche (22. Oktober) beim Start in den WM-Winter am besten weitergehen. Die Vorbereitung brachte der Slalom-Zweiten der Peking-Spiele einige Neuerungen, primär durch Coach Livio Magoni. Der neue Mann im ÖSV-Team kümmert sich speziell um sie. „Wir haben gewusst, wir müssen wirklich vieles von vorne aufrollen. Das braucht einfach eine gewisse Zeit und viele gute Schneetage“, so Liensberger.

Liensberger nahm die Änderung auf dem Trainersektor offen an. „Sobald du einen Wechsel hast, kommen neue Ansätze und neue Perspektiven. Jeder vertritt seine Ideen und Philosophien. Darauf muss man sich einlassen und die nächsten Schritte setzen“, war sich die 25-Jährige der neuen Lage schon nach Saisonende bewusst. Es folgten allein bis Anfang Juli gleich als 30 Schneetage, in denen viele technische Änderungen getroffen wurden. 

Die Doppel-Weltmeisterin 2021 hält bei drei Olympia- und fünf WM-Medaillen, und will allen voran im Optimalfall ihren Slalom-WM-Titel im Februar in Courchevel/Meribel erfolgreich verteidigen. Ob dafür nicht Umstellungen im Training kontraproduktiv sind? Liensberger sieht die Sache ganz anders: „Veränderungen sind immer eine Chance zum Erweitern, Aufbauen, Bessermachen. Die Chance will ich einfach nützen und da mich weiterentwickeln. Es waren sehr erfolgreiche Jahre bisher und jetzt heißt es, mit der getroffenen Veränderung die nächsten Schritte zu setzen.“

„Hoffe, ich kann da anknüpfen“
In Ushuaia in Argentinien fand die Team-Olympiasiegerin der Peking-Spiele im Sommer wie ihre ÖSV-Kolleginnen winterliche Trainingsbedingungen vor. Trotz vieler und guter Trainings fühle sie sich für Sölden noch nicht ganz bereit, erklärte Liensberger zwei Wochen vor dem Auftakt bei einem ÖSV-Medientermin in Salzburg. Aber es sei auch noch ein bisschen Zeit. Die Zuversicht ist da: “Bis letztes Jahr hätte ich gesagt, das war mit Sölden eine schwierige Angelegenheit. Gott sei Dank habe ich es dann umdrehen können. Ich hoffe natürlich, dass ich da anknüpfen kann."

Ihr gelang im Verlauf des vergangenen Winters Anfang März als Sechste von Lenzerheide nur noch ein weiterer Top-10-Platz im Riesentorlauf, bei Olympia wurde sie 15. Dementsprechend sei Verbesserungspotenzial da. „Im Riesenslalom will ich weiterkommen. Es gibt wirklich einiges zu tun in der Disziplin“, meinte Liensberger. Inner-österreichisch gebe sie das Tempo aktuell auch nicht vor - im Slalom ebenso nicht. Das nimmt die Wettkampf-Athletin freilich locker: „Es reicht, wenn ich dann im Rennen in Form bin.“

Voller Fokus auf Slalom
Noch wichtiger ist das der dreifachen Siegerin von Weltcup-Slaloms aber eben im Torlauf, das sei weiter ihre Hauptdisziplin. „Auf die will ich mich diese Saison ganz klar fokussieren. Auch wenn ich auch schon im Riesenslalom sehr gute Ergebnisse gezeigt habe, ist mir der Slalom immer leichter gefallen.“ Los geht es zwischen den enger gesteckten Stangen am 19./20. November in Levi, für eine Woche davor ist der Parallelbewerb von Lech/Zürs angesetzt.

Am Ende der Saison will Liensberger im Idealfall die Slalom-Kugel in ihren Händen halten, wie es schon in der vorvergangenen Saison der Fall war. Im vorigen Winter wurde sie nach einem Sieg im März in Aare sowie Platz zwei und drei um den Jahreswechsel in Lienz und Zagreb in der Disziplin-Wertung Vierte. Druck möchte sich Liensberger im Streben nach erneutem Kristall aber nicht machen: „Es passiert, wenn der richtige Zeitpunkt kommt. Ich habe eine Kugel gehabt, ich weiß, wie es sich anfühlt - und zwar sehr gut. Also möchte ich das wieder erreichen.“

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