Im Wahn schoss ein 42-jähriger Niederösterreicher in Wörgl im Tiroler Unterland in die Wohnungstür seiner Nachbarin. Mehrere Schutzengel retteten der Frau wohl das Leben. Nun kam es zum Prozess.
Sie musste um ihr Leben bangen - und wusste nicht, warum! Mitten in der Nacht stand im Februar in Wörgl plötzlich der Nachbar (42) der Tirolerin vor ihrer Wohnung und schoss mit einer Langwaffe in die Tür. Die Frau wurde dabei nur knapp verfehlt. „Ich wollte sie nicht töten, sondern retten. Ich habe Stimmen in ihrer Wohnung gehört“, meinte der in Niederösterreich geborene Software-Entwickler. Erst nach einer Stunde und einem Warnschuss der alarmierten Polizei wurde der Mann schließlich festgenommen.
Er beschäftigte sich mit verschiedenen Verschwörungstheorien, hatte Angst und fühlte sich bedroht.
Eine Gutachterin
„Der Betroffene war zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig“, erklärte die Gerichtspsychiaterin und attestierte ihm eine paranoide Persönlichkeitsstörung. Für die psychotische Entgleisung spielte dann wohl auch die Corona-Pandemie neben mehreren persönlichen Schicksalsschlägen eine wesentliche Rolle. „Er beschäftigte sich mit verschiedenen Verschwörungstheorien, hatte Angst und fühlte sich bedroht“, schilderte die Gutachterin. Als in jener Nacht im Februar (aufgrund von Nebel) die Sterne am Himmel nicht mehr zu sehen waren, glaubte er offenbar an einen Weltuntergang.
Kein versuchter Mord, aber bedingte Einweisung
Für die Geschworenen war die Tat einstimmig kein versuchter Mord. Weil er aber Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet hatte und unbehandelt weitere Straftaten durchaus möglich sind, wurde über den Betroffenen die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verhängt. Da sich der 42-Jährige mittlerweile aber krankheitseinsichtig zeigt und die Medikation zu fruchten scheint, wurde diese - mit einer Reihe von Auflagen verbunden - bedingt nachgesehen.








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