Eine neue Initiative des Landes soll die Haushalte und Gemeinden unabhängiger von den internationalen Energiemärkten machen. Die Umsetzung wird jedoch Jahre dauern - auch, weil derzeit ein Engpass an Montagekräften herrscht.
Das Land drückt angesichts der hohen Preise für Strom und Gas in Sachen Energieautarkie aufs Tempo. Mit Unterstützung der Burgenland Energie sollen die Haushalte deutlich unabhängiger von den Märkten gemacht werden.
Zuhause- und Gemeinde-Paket
Geschehen soll dies durch zwei Pakete: Das „Zuhause-Paket“ richtet sich vor allem an Hausbesitzer und beinhaltet Photovoltaikanlagen am Dach, eine Wärmepumpe (statt der Gasheizung) und einen Stromspeicher. Das zweite Paket „Gemeinde“ sieht die Schaffung von Energiegemeinschaften vor.
Neben Haushalten richtet sich das Angebot besonders an Kommunen und KMUs. Ab 100 Teilnehmern ist die Errichtung einer kleinen Flächen-Photovoltaikanlage, einer zentralen Wärmepumpe oder einer Biomasse-Anlage möglich. Laut Landeshauptmann Hans Peter Doskozil könnte man das Burgenland in 62 Energiegemeinschaften einteilen. Eine Landestochter soll sich um die Formalitäten kümmern. Außerdem soll eine Energieberatungsstelle geschaffen werden, bei der sich Betroffene informieren können.
Wir müssen angesichts der Preisentwicklung Lösungen anbieten, um Haushalte von Energieimporten abzukoppeln.
LH Hans Peter Doskozil
Drei Jahre Dauer
Bis zur Umsetzung wird allerdings noch etwas dauern. Realistischerweise werde es drei Jahre in Anspruch nehmen, so Doskozil. Hinzu kommt, dass es derzeit einen Engpass bei den Montagekräften gibt.
Mit Jänner wohl Preisanpassung
Zwar wird die Burgenland Energie - im Gegensatz zur EVN und Wien Energie - die Preise bis Jahresende nicht erhöhen (Die Burgenland Energie muss die Hälfte der Energie - besonders Gas - auf internationalen Märkten zukaufen, Anm.).
Diese Abhängigkeit von internationalen Märkten und spekulativen Energiehändlern macht erpressbar.
Stephan Sharma, Vorstandsvorsitzender Burgenland Energie
Mit Jänner wird es wohl eine Anpassung geben. Für Doskozil ist es daher wichtig, diese drei Jahre Übergangszeit so erträglich, wie möglich, zu machen. In erster Linie sei der Bund in der Pflicht einen Gaspreisdeckel zu schaffen.
Land will entlasten
Sollte auf Bundesebene nichts passieren, will das Land selbst für eine Entlastung der Haushalte sorgen. Er könne ausschließen, dass jene, die ohnehin finanziell zu kämpfen hätten, allein gelassen würden und ab Jänner plötzlich ein Vielfaches für Energie zahlen müssten, betont Doskozil.
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