Alexander van der Bellen ist heute Festspiel-Gast. Zwischendurch stattet Österreichs Bundespräsident an der Seite von Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Salzburg-AG-Chef Leonhard Schitter dem Straßwalchener Ortsteil Haidach einen Besuch ab. Was zeigt, welch staatstragende Bedeutung dem Gas aktuell zukommt.
Salzburgs Speicher sind schon bei 90 Prozent
Trotz des Ukraine-Kriegs und zuletzt verminderter Gas-Lieferungen aus Russland wird van der Bellen heute auf prall gefüllte Salzburger Speicher in Österreichs größter Erdgaslagerstätte treffen. 90 Prozent beträgt der Gesamtstand der drei großen Salzburger Behälter, dazu zählt auch der besichtigte Haidach 5. „Mit 100 Prozent Füllstand kommt man in Salzburg drei Monate in der Heizperiode durch“, sagt die Salzburg AG.
Das mag beruhigend klingen, spielt im Ernstfall aber keine Rolle. Dreht Putin den Gashahn zu, würde der Bund die Steuerung, also die Energielenkung, übernehmen. Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, braucht es die Expertise des Landes. Weswegen bei Salzburgs Energielenkungsbeirat seit Wochen die Köpfe rauchen. Das Problem: Fließt kein Gas mehr, beeinflusst das auch die Stromproduktion. Im Winter wird ein Drittel der gesamten Strommenge in Salzburg durch Gaseinsatz erzeugt.
Wenn zu wenig Gas da ist, schlägt das auch auf den Strom über.Ein Drittel der Stromproduktion im Winter in Salzburg wird durchs Gas bereitgestellt. Die Wechselwirkung ist genau zu beobachten.
Landesrat Josef Schwaiger
Die Frage lautet, welche Unternehmen notfalls auf Strom und Gas verzichten müssten. Für Josef Schwaiger, Vorstand des Energielenkungsrats, gleichen die Planungen einem Schachspiel: „Wir analysieren 5000 Stromverbrauch-Datensätze gewerblicher Betriebe, von der Lebensmittlerzeugung bis zur Holzverarbeitung. Weil man kann nicht sagen, wir schalten die große Firma Kaindl ab. Weil etwa mit ihrer Abwärme auch das Fernwärmenetz gespeist wird, das dann blockiert wäre. Genau diese Wechselwirkungen müssen wir herausfinden!“
Am 8. September steht ein Gespräch mit Umweltministerin Eleonore Gewessler an. Bis dahin soll Salzburgs Schlachtplan stehen. „Eines muss nämlich verhindert werden“, sagt Schwaiger. „Saugen wir irgendwo mehr Strom weg, als wir zur Verfügung haben, bricht das Netz zusammen, ist es für 24 Stunden finster. Dann hätten wir den größtmöglichen Schaden!“














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