25.07.2022 11:45 |

Noch mehr Chaos droht

Lufthansa: Gewerkschaft ruft zu Warnstreik auf

Ausgerechnet in der Hauptreisezeit droht Urlaubern an deutschen Flughäfen noch mehr Chaos als ohnehin: Am kommenden Mittwoch (27. Juli) müssen sich Passagiere der deutschen AUA-Mutter Lufthansa auf verstärkte Flugausfälle und Verspätungen einstellen. In den laufenden Tarifverhandlungen für rund 20.000 Beschäftigte des Bodenpersonals hat die Gewerkschaft Verdi zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Zum Bodenpersonal gehören unter anderem Techniker und Logistiker, ohne deren Dienstleistungen die Flugzeuge gar nicht abheben können.

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Der Ausstand solle von 3.45 Uhr am Mittwoch bis 6 Uhr am Donnerstag an allen Lufthansa-Standorten stattfinden. Ein erstes Tarifangebot der Lufthansa hatte Verdi abgelehnt, aber für den 3. und 4. August eine Fortsetzung der Verhandlungen vereinbart. Nach Gewerkschaftsangaben hatte das Unternehmen bei den Gesprächen Festbeträge und eine ergebnisabhängige Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. 

Profit für untere Lohngruppen
Die Gewerkschaft fordert hingegen bei zwölf Monaten Laufzeit um 9,5 Prozent mehr Geld in den Lohntabellen. Bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sollen die unteren Lohngruppen besonders profitieren. Die Gehaltssteigerung müsse mindestens 350 Euro betragen und zusätzlich sollten sich alle Stundenlöhne deutlich vom gesetzlichen Mindestlohn absetzen, der im Oktober auf zwölf Euro pro Stunde steigt.

Angesichts der Überlastung, der hohen Inflation und eines Lohnverzichts über drei Jahre seien deutliche Lohnsteigerungen gerechtfertigt, hatte die Verhandlungsführerin Christine Behle erklärt. Sie ist Verdi-Vizevorsitzende und zudem stellvertretende Vorsitzende des Lufthansa-Aufsichtsrats. Die Situation auf den Flughäfen eskaliere.

“Kaum noch ein Warnstreik
Lufthansa-Personalchef Michael Niggemann bezeichnete den Warnstreik als „unzumutbar“. „Verdi hat nach nur zwei Verhandlungstagen einen Streik angekündigt, den man aufgrund der Breite über alle Standorte hinweg und der Dauer kaum noch als Warnstreik bezeichnen kann“, kritisierte er. Da im Luftverkehr an allen Ecken und Enden Personal fehlt, musste die Airline bisher schon rund 6000 Flüge im Sommer streichen.

Vergütungserhöhungen vorgelegt
Die Airline habe trotz der nach Corona immer noch angespannten Lage bereits Vergütungserhöhungen vorgelegt. So biete die Lufthansa den rund 20.000 Beschäftigten am Boden, in den Sparten Technik und Cargo und bei anderen Töchtern des Konzerns unter anderem eine monatliche Gehaltserhöhung von 150 Euro ab Juli 2022, 100 Euro ab Jänner 2023 und eine zweiprozentige Vergütungserhöhung ab Juli 2023 je nach Geschäftsentwicklung. Bezogen auf 3000 Euro Grundvergütung im Monat sei das eine Steigerung von neun bis elf Prozent.

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