Mediziner gibt Tipps

Fastenzeit: „Nicht gleich auf null reduzieren“

Tirol
18.02.2026 08:00

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt wieder die Fastenzeit. Welche Methode passt am besten zu mir? Welche Fehler gilt es zu vermeiden? Und wie geht es nach dem Fasten weiter? Ein Mediziner klärt im Gespräch auf.

Ihren Höhepunkt fand die närrische fünfte Jahreszeit mit dem gestrigen Faschingsdienstag. Für die streng religiösen bzw. traditionellen Menschen beginnt heute die 40 Tage dauernde Fastenzeit. Doch wie sieht richtiges Fasten aus und welche Fehler sollte man vermeiden? Doktor Peter R. Gartner, medizinischer Leiter im Park Igls Medical Spa Resort und unter anderem spezialisiert auf Ernährungsmedizin, klärt im Gespräch mit der „Tiroler Krone“ auf.

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Die erlaubten Nahrungsmittel hängen von der Methode ab, die idealerweise unter Aufsicht durchgeführt werden soll.

Peter R. Gartner

„Krone“: Für wen ist das Fasten geeignet. Wer sollte besser davon absehen?Fasten können neben gesunden Personen Menschen, die von chronischen Leiden geplagt sind. Für diese ist die Kurmedizin ideal geeignet. Bei akuten Leiden sollte nicht gefastet werden. 

Wie beginnt man mit dem Fasten am besten?
Das Fasten beginnt mit den sogenannten Entlastungstagen, bei denen man den Körper sanft auf das Fasten vorbereitet. In der Vorwoche empfiehlt es sich, keinen Alkohol zu trinken, den Fleischkonsum möglichst auf null zu reduzieren und auf eine ballaststoffreiche Kost zu achten. Zudem sollte man das Abendessen reduzieren bzw. auslassen und zwischen den Mahlzeiten mehr Wasser als üblich trinken.

Was darf man beim Fasten nicht essen?
Beim Fasten sollte man auf Alkohol und Zucker verzichten und sehr viel Wasser trinken.

Dr. Peter R. Gartner ist Fasten-Experte.
Dr. Peter R. Gartner ist Fasten-Experte.(Bild: Michael Groessinger)

Und was darf man essen?
Die erlaubten Nahrungsmittel hängen von der jeweiligen Fastenmethode ab, die idealerweise unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden soll. Diese soll Grunderkrankungen, Medikamenteneinnahme, die individuelle Verträglichkeit von Lebensmitteln, Gewohnheiten, Gesundheitsziele und den allgemeinen Gesundheitszustand berücksichtigen.

Wie finde ich die richtige Fastenmethode für mich?
Richtiges Fasten heißt eigentlich, dass man gar nichts isst. So wurde es früher verstanden. Heutzutage wird das nur noch selten praktiziert. Selber zu viel experimentieren, davon rate ich jedenfalls ab. Wenn man es professionell machen möchte, sollte es unter ärztlicher Begleitung erfolgen.

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Die gesündeste Form des Fastens ist ein Entgiften, das unter Begleitung stattfindet und auf die jeweilige Person eingestellt ist.

Peter R. Gartner

Was ist Ihrer Erfahrung nach das gesündeste Fasten?
Die gesündeste Form des Fastens ist ein Entgiften, das unter ärztlicher Begleitung stattfindet und individuell auf die Person eingestellt ist. Durch das viele Trinken werden Giftstoffe gelöst, die für die Nieren zu einer Herausforderung werden können, psychische Auswirkungen sind möglich. Auch ist es wichtig, die Nebenwirkungen des Entgiftungsvorgangs durch Basenstoffe und andere Substanzen abzumildern. Als gesunde und nachhaltige Kur hat sich die Mayr-Kur bewährt, die vom begleitenden Arzt oder von der begleitenden Ärztin individuell für die Person eingestellt wird.

Wie funktioniert denn die Mayr-Kur?
Sie besteht aus acht Stufen. Grob umrissen geht es um Schonkost, wenig und leicht bekömmliche Nahrung. Kein Obst, kein Salat und nichts Rohes, dafür aber Eiweiß. Normalerweise dauert sie drei Wochen, die meisten schaffen es ungefähr für rund zehn Tage.

Welche Fehler sollte man vermeiden?
Keine Ho-Ruck-Aktionen machen, wie gleich auf null reduzieren und dann auch noch viel Sport betreiben. Fasten braucht die richtige Vorbereitung. Nach der Kur ist es wichtig, sich wieder langsam und behutsam an die Kost heranzutasten.

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