„Gesegnete“ Handys
Diskussion um Reform bei koscheren Smartphones
Die Rufnummernmitnahme der sogenannten „gesegneten“ Handys sorgt in Israel für Wirbel.
Eigentlich ist digitale Kommunikation in den Augen von charedischen Juden eine Bedrohung ihrer kulturellen Mauern. Ursprünglich hatten die Rabbiner das Internet ganz verboten. Es gilt als trefes – sprich unrein und ist daher nicht erlaubt. Doch die Onlinewelt erwies sich als nützlich, und im fortgeschrittenen Israel werden zahlreiche staatliche Dienstleistungen nur digital abgewickelt. Also ließen Rabbis Computer und das Internet doch zu. Natürlich mit Einschränkungen.
Vorwahl 05331 gilt als “rein“
Für das Nutzen von Handys überlegte man sich eine koschere – eine reine – Variante. Nummern mit der Vorwahl 05331 gelten als „gesegnet“. Die Geräte haben keine Kamera, Porno-Seiten sind gesperrt, und es können auch nur andere koschere Nummern angerufen werden. Kritik gab es, weil auch Sozialbehörden der Regierung und Einrichtungen, an die man sich im Fall sexueller und häuslicher Gewalt wenden kann, gesperrt sind.
Kommunikationsminister Joas Hendel verabschiedete im April neue Regeln, die Transfers von den koscheren Telefonnummern zu Anbietern ohne Restriktionen erlauben. Vor allem die Rabbis haben Angst um ihre Kontrollmacht. Sie bestimmen nämlich, welche Apps und Programme von den Gläubigen auf ihrem Handy verwendet werden dürfen.












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