Überwachungskameras

„Big Brother“ am Pass Thurn

Salzburg
20.07.2022 05:30
Das erste Luxus-Chalet beim Prestigeprojekt im Pinzgau wächst in den Himmel. Die Einrichtung der Baustelle sorgt aber für Kopfschütteln.

Viel Aufregung gab es im Frühjahr um das Chalet-Projekt am Pass Thurn. Neuerdings wollen die Betreiber das Projekt als „autarke Arche Noah“ vermarkten. Die „Krone“ berichtete. Die Landesregierung hält echte Selbstversorgung am Pass in einer Anfragebeantwortung kaum für möglich, die neue Vermarktungsschiene kam im Pinzgau nicht bei allen gut an. Inzwischen laufen die Bauarbeiten, mittlerweile wird das erste Appartement-Haus hochgezogen.

Da sorgt das Projekt bei Beobachtern in der Region neuerlich für Kopfschütteln. Auf 1200 Metern Seehöhe, wo außer der Pass Thurn Straße wenig bis nichts los ist, wurde rund um die Baugrube ein Hochsicherheitstrakt hochgezogen. Mit Überwachungskameras auf hohen Masten und einem massiven Drehkreuz durch das die Bauarbeiter auf ihrem Weg auf die Baustelle müssen. Ungebetene Gäste sollen mit Sirenengeheul und „Täteransprache“, wie es auf einem Aushang heißt, vertrieben werden. Funktioniert das nicht, kommt die Polizei inklusive einem Zahlschein über 89 Euro.

Die Bauarbeiter müssen auf dem Weg zur Baustelle durch ein massives Drehtor. (Bild: Lois Hechenblaikner)
Die Bauarbeiter müssen auf dem Weg zur Baustelle durch ein massives Drehtor.

Kameras filmen offiziell aus Haftungsgründen mit
Vonseiten der Betreiber wird auf das Recht des privaten Grundeigentümers und die Haftung für das Baustellengelände verwiesen. Deshalb seien sechs Baustellenkameras aufgestellt. Das Videomaterial werde „alle paar Tage gelöscht und nur im Notfall gesichtet“, heißt es von den Betreibern.

Angst vor Demonstrationen spielt offiziell keine Rolle, dass das Projekt nicht überall auf Gegenliebe stößt, dürfte den Betreibern aber bewusst sein. Der Tiroler Tourismus-Fotograf Lois Hechenblaikner, der diese Baustelle wie schon viele Hotelbaustellen fotografisch begleitet, schüttelt den Kopf: „Ich verstehe, dass eine Baustelle überwacht werden muss, aber da geht es um etwas anderes. Es ist schon erstaunlich, wie unprofessionell die Macher des Projekts immer wieder vorgehen“, sagt Hechenblaikner.

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