Personal heiß umkämpft

„Schockstarre hilft den Unternehmen nicht weiter“

Oberösterreich
13.07.2022 20:00

Gas-Krise, Teuerungswelle, Lieferverzögerungen - ungeachtet aller Krisenherde steigt die Zahl der offenen Stellen weiter an, verrät Iris Schmidt, stellvertretende Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Oberösterreich. Zwischen dem großen Bedarf nach Mitarbeitern und Vorbereitungen auf eine Krise: So meistert das AMS den Spagat.

„OÖ Krone“: Frau Schmidt, einerseits sucht B&R in Eggelsberg 600 Mitarbeiter, andererseits sperrt Mahle sein Werk in Mattighofen Ende 2024 zu, Fill Metallbau baut in Hohenzell den Großteil seiner 110 Mitarbeiter ab. Ist das ein Alarmzeichen?
Iris Schmidt: Im Innviertel machen wir uns nicht solche Sorgen. Die Region hat viele Unternehmen, die händeringend Mitarbeiter suchen. Da gilt’s auch den Spagat zu schaffen, dass die Firmen, die sich entscheiden, Personal zu kündigen, dieses nicht schon vorzeitig verlieren.

Die Zahl der offenen Stellen steigt. Sind die Firmen unbeeindruckt von der Unsicherheit, die sie umgibt?
Das nicht, aber sie haben einen Pragmatismus entwickelt, der hilft, mit den vielen Krisen parallel umzugehen. Die Betriebe, die jetzt einen Mitarbeiterbedarf haben, melden diesen auch. Stillstand und Schockstarre helfen ja nicht weiter.

Die gestiegenen Preise für Rohstoffe und Material treffen nicht nur uns Konsumenten, sondern auch die Unternehmen. Dazu kommt jetzt die Bedrohung durch einen Gas-Stopp. Ist das spürbar?
Die Firmen versuchen das zu kompensieren, aber natürlich gibt es Ängste und Überlegungen. Eine Panik nehme ich nicht wahr.

Was beschäftigt das AMS?
Zum einen der Fachkräftemangel und wie wir den angehen, zum anderen richten wir uns auf den Herbst aus. Wir wissen nicht, was die Energiekrise bringt. Die Betriebe sind nervös. Die Frage ist: Was passiert wirklich? Im Falle des Falles wird die Regierung Maßnahmen treffen. Wir haben mehrere Szenarien im Kopf.

Ist das AMS gerüstet?
Insofern als wir im März 2020 bewiesen haben, dass wir es meistern, wenn binnen weniger Tage 60.000 Menschen arbeitslos werden. Die Hälfte aller unserer Mitarbeiter war auch an der Abwicklung der Corona-Kurzarbeit beteiligt.

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