Do, 16. August 2018

Abfuhr bei U20-WM

02.08.2011 07:14

0:3-Niederlage für ÖFB-Küken gegen Favorit Brasilien

Österreichs U20-Nationalmannschaft steht bei der WM in Kolumbien mit dem Rücken zur Wand. Die ÖFB-Auswahl kassierte am Montag in Gruppe E in Barranquilla gegen den Turnierfavoriten Brasilien eine 0:3-Niederlage und hält damit nach zwei Partien nur bei einem Punkt. Um doch noch den Aufstieg ins Achtelfinale zu schaffen, muss das Duell am Donnerstag in Cartagena gegen Ägypten unbedingt gewonnen werden.

Die Ägypter hatten zuvor ebenfalls vor rund 10.000 Zuschauern im Estadio Metropolitano Roberto Melendez von Barranquilla, das vom Fassungsvermögen und Erscheinungsbild stark an das Wiener Happel-Stadion erinnert, Panama mit 1:0 besiegt und haben damit vorerst das klar bessere Torverhältnis. Zum Auftakt hatten sie Brasilien ein 1:1 abgetrotzt, während die Österreicher gegen die Nachwuchs-"Selecao" mit Ausnahme der ersten 30 Minuten chancenlos waren.

ÖFB-Team startet vielversprechend
Teamchef Andreas Heraf hatte im Vergleich zum 0:0 gegen Panama Windbichler, Klem und Ziegl für Offenbacher, Schütz und Zulj in der Startelf gebracht, auf Defensive gesetzt und ein 3-3-3-1-System aufgeboten. Dies schien sich bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit kurzzeitig bezahlt zu machen, denn die Brasilianer fanden zunächst keine Räume, um ihr gefürchtetes Kombinationsspiel aufzuziehen.

Der ÖFB-Auswahl hingegen gelang es immer wieder, vielversprechend vor das gegnerische Tor zu kommen, so etwa in der 9. Minute, als der frei stehende Farkas nach einem Dilaver-Freistoß den Ball nicht annehmen konnte. Eine Minute später legte Gucher einen Einwurf von Dilaver mit der Brust für Weimann ab, der Aston-Villa-Stürmer scheiterte aber aus spitzem Winkel mit seinem Haken am brasilianischen Goalie Gabriel. In der 24. Minute flog ein Kopfball von Weimann nach Flanke von Klem über die Querlatte.

Langsam fand der vierfache U20-Weltmeister besser ins Spiel und schnürte den Gegner immer mehr am eigenen Strafraum ein. Casemiro hätte seine Mannschaft zweimal in Führung bringen können, schoss jedoch aus kurzer Distanz daneben (26.) und schupfte den Ball übers Tor (31.).

Erstes Tor für Südamerikaner in der 37. Minute
Das sich abzeichnende 1:0 für die Südamerikaner wurde in der 37. Minute Realität: Henrique musste nach einer sehenswerten Direktkombination über Casemiro, Philippe Coutinho und wieder Casemiro den Ball nur noch ins leere Gehäuse schieben. Auch in der Folge standen die Österreicher sehr tief, schafften keine Entlastungsangriffe mehr und hatten wenige Sekunden vor der Pause bei einem Lattenschuss von Henrique Glück.

Nach dem Seitenwechsel brachte Heraf den für Djuricin nachnominierten Mitrovic für Gucher, ließ sein System jedoch ebenso unverändert wie nach der Einwechslungen von Teigl für Ziegl (58.) und Zulj für Weimann (68.). Das ÖFB-Team erwischte einen guten Start in die zweiten 45 Minuten - Schimpelsberger setzte bei einem Vorstoß Weimann in Szene, bei dessen Schuss musste Gabriel sein ganzes Können aufbieten (50.).

Bereits eine Minute danach aber war es um die Hoffnungen der rot-weiß-roten Auswahl auf einen Punktgewinn geschehen. Danilo kam im Strafraum vor Radlinger an den Ball und ging schon vor dem Kontakt mit dem österreichischen Schlussmann zu Boden. Den dafür verhängten Elfer verwertete Philippe Coutinho, wobei Radlinger den Schuss beinahe abgewehrt hätte.

In der 63. Minute tanzten die Brasilianer wieder durch die ÖFB-Abwehr, Willian vollendete nach Vorlage von Casemiro. Die Brasilianer blieben auch danach am Drücker, führten ihre Angriffe allerdings nicht mehr mit letztem Nachdruck aus, womit den Österreichern eine höhere Niederlage erspart blieb. Die Chance auf das ÖFB-Ehrentor vergab Windbichler in der 85. Minute.

"Finale" gegen Ägypten am Freitag
Nach der bitteren Niederlage kommt es in der Nacht auf Freitag für die Mannschaft von ÖFB-Trainer Andreas Heraf in der Gruppe E damit zu einem "Finale" gegen Ägypten. Um den Einzug ins Achtelfinale zu schaffen, müssen die Österreicher in Cartagena unbedingt gewinnen. Die vier besten Drittplatzierten der sechs Vorrundengruppen steigen hinter den jeweiligen Top Zwei ebenfalls in die nächste Runde auf.

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