03.07.2022 13:00 |

Als Verräter angeklagt

Russischer Physiker nach Inhaftierung gestorben

Der russische Physiker Dmitri Kolker ist in Moskau wenige Tage nach seiner Inhaftierung verstorben. Er litt an Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium. Kolker war wegen Hochverrats angeklagt, da er Geheimnisse an China verraten haben soll. Sein Sohn gab jetzt bekannt, dass sich der Geheimdienst in Vorlesungen eingemischt hatte.

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Laut seinem Sohn hat der Forscher zwar in China Vorlesungen für Studierende gehalten, wurde dabei jedoch stets von FSB-Agenten und Agentinnen begleitet. Selbst die Inhalte der Vorlesungen hätten mit dem Geheimdienst abgestimmt werden müssen, damit keine Informationen in China auftauchten, die als Staatsgeheimnis gelten.

Der 54-jährige Kolker leitete das Laboratorium für Quantenoptik-Technologien am Institut für Laserphysik in der Staatsuniversität von Nowosibirsk. Quantenoptik befasst sich damit, wie Licht und Materie wechselseitig aufeinander wirken. Der Physiker half unter anderem dabei, Laser für medizinische Zwecke zu entwickeln.

Vor wenigen Tagen war er wegen Hochverrats festgenommen und in ein Untersuchungsgefängnis gebracht worden. Als sich sein Gesundheitszustand aufgrund eines Bauchspeicheldrüsenkrebses verschlechterte, wurde Kolker auf die Intensivstation eines Moskauer Krankenhauses verlegt. Dort verstarb er nun, wie die Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag mitteilte.

Wissenschaftler immer mehr verfolgt
Zusätzlich zu Kolker nahm die russische Polizei auch den 75-jährigen Anatoli Maslow fest, der zu Hyperschall forschte. Russische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden seit Kriegsbeginn immer häufiger wegen angeblichen Hochverrats verfolgt. Kurz nach dem Angriff auf die Ukraine gab es gleich mehrere Fälle.

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