02.07.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Vollspaltenböden: Es dauert noch 18 Jahre

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18 Jahre. So lange dauert es also, bis Vollspaltenböden in Österreichs Ställen der Vergangenheit angehören. Das sind jene Betonplatten, auf denen Schweine dahinvegetieren, bevor sie geschlachtet werden. Dieses Fleisch landet dann, vielfach mit Gütesiegeln ausgezeichnet, in unseren Supermarktregalen.

Die romantische Vorstellung der Konsumenten, wonach diese Tiere glücklich aufwachsen und dann völlig angst- und schmerzfrei geschlachtet werden, hat mit der Realität rein gar nichts zu tun. Das süße Schweinderl aus der Werbung und sein käseknabbernder Bauer: alles Lug und Trug. Ein Schweinemäster drückte es im „Krone“-Interview letzten Sonntag so aus: Seine Stallungen seien kein Streichelzoo, sondern schlicht und einfach eine Fleischproduktion.

Das Bewusstsein für das Leid, das diese Art von Produktion bei Tieren auslöst, ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Proteste sind immer lauter geworden. Tierschutzorganisationen und die „Krone“ gaben keine Ruhe. Das Zugeständnis der Regierung, die Vollspaltenböden bis 2040 abzuschaffen, ist ein erster großer Erfolg. Jeder einzelne Konsument, der kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr kauft, führt diesen Erfolg fort.

Warum das so lange dauert? Weil es nicht nur um die Tiere geht. Auch die betroffenen Bauern dürfen nicht unter die Räder kommen. Sie müssen ihre Betriebe in eine neue Zukunft führen. Das kostet Zeit und Geld. Am Ende soll es sich für alle lohnen.

Conny Bischofberger
Conny Bischofberger
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