Kennzeichen zu wenig

Regierung bleibt bei Tierleid tatenlos

Enttäuschend endete der Gipfel mit den Handelsriesen bei Minister Johannes Rauch (Grüne). Immerhin ist die Haltungskennzeichnung fix.

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Schon im Vorfeld des vom zuständigen Minister Rauch groß angekündigten Treffens mit den Bossen der vier Handelsriesen (Spar, Rewe, Lidl, Hofer) hatten sich diese ohnehin vehement für eine Haltungskennzeichnung ausgesprochen. Diese soll bis Ende 2022 stehen.

Dem Lebensmittelhändler Billa ist das viel zu wenig. „Die jetzige Branchenlösung kann nur ein kleiner von vielen nötigen Schritten sein, trägt aber nicht zu den dringend notwendigen Verbesserungen der Haltungsbedingungen bei“, stellt die Nachhaltigkeitsexpertin des Konzerns, Tanja Dietrich-Hübner, klar. Sie fordert unter anderem ein Verbot von Vollspaltenböden, gekoppelt mit Abfederungsmaßnahmen für betroffene Landwirte.

„Nur Kosmetik“
Auch SPÖ-Tierschutzexperte Dietmar Keck übt heftige Kritik an Rauch, aber auch am Tierschutzgesetz der Regierung: „Die Vereinbarung ist nur Kosmetik und ändert nichts an der Situation, unter der Schweine teils Höllenqualen leiden müssen!“ Sein Fett bekommt der grüne Rauch auch von Bauernbund-Präsident Georg Strasser ab: „Der Minister hat zwar die Supermarktketten nach Wien eingeladen, nicht aber die Landwirte. Tierwohl ist diesen ein Anliegen, das Mindeste ist es aber, diese einzubinden.“

Empört ist auch unsere jetzt umso kämpferischere „Krone“-Tierschutzchefin Maggie Entenfellner: „Wenn Herr Minister Rauch jetzt alle auffordert, Tiere als Lebewesen und nicht als Produkt zu sehen, dann muss er endlich dem entsetzlichen Tierleid ein Ende setzen.“

Mark Perry
Mark Perry
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