23.06.2022 08:00 |

Folgen von Corona

Camping-Boom hält in der Steiermark weiterhin an

Corona hat bei den Steirern einen Camping-Boom ausgelöst. Auch nach zweieinhalb Jahren bleibt die Lust auf Zelt und Wohnmobil ungebrochen - bei Urlaubsgästen genauso wie bei Dauercampern. Die „Krone“ hat sich umgehört.

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Wein, Bohnen und Paprika wachsen hier. Rainer M. hat sich seine Parzelle am Campingplatz beim Schwarzlsee genau nach seinem Geschmack eingerichtet. Sogar ein extra Häuschen mit Küche steht neben seinem Wohnwagen. „Durch das Kochen hab ich mich schnell mit den Nachbarn angefreundet“, sagt der Schweizer, der gerade in seinen zweiten Sommer als Dauercamper gestartet ist.

Josef Laposa ist schon seit neun Jahren Dauercamper. „Sobald einer aufgibt, haben wir sofort einen neuen da“, sagt der Pensionist, der früher bei Magna gearbeitet hat. „Seit Corona wollen alle hier her.“

Was macht die Stellplätze so begehrt? Vieles, wie auch Nachbar Robert weiß. „Natürlich der See, die Natur, die Tiere. Wir verbringen jede freie Minute hier. Meine Kinder sind schon erwachsen, aber sie kommen gerne zum Grillen vorbei.“ - „Für mich ist das wie Urlaub“, sagt Sonja S., die in der Straße für die schönen Blumen bekannt ist.

FKK-Camping ist „eine eigene Welt“
Was die Bewohner hier noch eint: Sie sind angezogen. Denn nur ein paar hundert Meter weiter hausen die FKK-Liebhaber. „Das ist eine eigene Welt“, sagen die Textilcamper. Man begegnet sich nur selten und wenn, dann mit einer gewissen Skepsis.

Camping-Boom hält auch nach Corona an
Aber nicht nur das Dauercampen, sondern auch kürzere Reisen boomen, fasst Günter Hopf die Lage zusammen. Sein Campingplatz Murinsel in Großlobming wurde dieses Jahr zur Nummer sieben in ganz Europa gewählt. „Bei uns fühlen sich die Leute einfach willkommen“, erklärt Hopf.

Immer mehr Komfort nachgefragt
Wichtig sei aber auch eine gute Ausstattung. „Schöne Toiletten, saubere Duschen, ein Fernsehraum. Der Trend geht auf jeden Fall zu mehr Komfort.“ Mit den gestiegenen Benzin-Preisen haben die Camper anscheinend kein Problem. „Im Gegenteil, dann denken sich die Österreicher eher: Wieso bis ans Meer fahren, wenn Großlobming näher ist?“

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Die Nachfrage ist noch immer groß, nur beim Essen merkt man jetzt, dass die Leute ein bisschen mehr aufs Geld schauen müssen. Wir sind bis in den September hinein gut gebucht.

Bernd Pfandl

Keine Kinder, keine Haustiere
Ebenfalls preisgekrönt ist Bernd Pfandls Campingpark „50plus“ in Fisching, wo weder Kinder noch Hunde erlaubt sind. „Bei über 600 Plätzen in Österreich muss man sich einfach spezialisieren“, sagt er. Die 65 Stellplätze sind gut gebucht, es kommen vor allem Niederländer, Deutsche und Österreicher. „Seit der Pandemie merken wir, dass viele zum ersten Mal campen. Dann helfen wir gerne“, sagt Pfandl.

Bei Jung, bei Alt - campen liegt im Trend. Das wird sich wohl so schnell nicht ändern.

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