Das Match verlief lange Zeit gar nicht nach dem Geschmack von Sturm-Trainer Franco Foda. Nach einer Trauerminute für den verstorbenen steirischen Verbandspräsidenten Gerhard Kapl bekamen er und die rund 15.000 Zuschauer bei 36 Grad Celsius ein relativ schwaches Match geboten. Und das lag in erster Linie nicht am alles andere als Europacup-tauglichen Rasen im Boris-Paichadse-Stadion, sondern an den Akteuren auf dem Spielfeld.
Die Georgier machten von Beginn weg zwar klar das Spiel, kamen aber bestenfalls zu Halbchancen gegen die äußerst unsichere Sturm-Abwehr, in der es eine Umstellung gab. Der erst 18-jährige Innenverteidiger Florian Neuhold musste für den angeschlagenen Ferdinand Feldhofer einspringen und gab damit sein Pflichtspieldebüt für die Grazer. Daneben entschied sich Foda, der gleich sechs Spieler - Bukva, Hölzl, Standfest, Szabics, Feldhofer (alle verletzt) und Pürcher (gesperrt) - vorgeben musste, noch für seinen Sohn Sandro anstelle von Matthias Koch in der Anfangsformation.
Erster gefährlicher Torschuss in der 40. Minute
Erst in der 40. Minute gab es den ersten gefährlichen Torschuss zu sehen, doch Sturm-Schlussmann Gratzei war bei der Chance von Georgiens Teamstürmer Gelaschwili auf dem Posten. Auf der Gegenseite wurde Kwaschwadse erstmals in Minute 49 von Weber, dessen Schuss aber zu zentral ausfiel, geprüft. Gratzei hatte dann bei einem Grigalaschwili-Schuss (67.) das Glück des Tüchtigen.
Doch in der 74. Minute war auch der ÖFB-Teamtormann machtlos: Nach einem schweren Schnitzer von Außenverteidiger Popchadse, der vorige Saison noch für Sestaponi gespielt hatte, stellte Gelaschwili auf 1:0. Nur zwei Minuten später hätte der georgische Torschützenkönig dann schon alles klar machen können, verfehlte aber nach einem Ausflug von Gratzei das leere Tor. Fast im Gegenzug fiel das 1:1 durch Wolf, womit der Angriffseifer der nach 75 Minuten Tempofußball spielenden Georgier endgültig gestoppt war.
Stimmen zum Spiel
Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Wir haben gegen eine gute Mannschaft 1:1 gespielt. Wir wollten in der ersten Hälfte aus einer guten Organisation nach vorne spielen. Zwei, drei gute Kontermöglichkeiten konnten wir aber nicht nutzen. In der Pause habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir im Ballbesitz schneller und besser nach vorne spielen müssen. Das hat in den ersten 15 Minuten auch gut funktioniert. Dann haben wir leider aus einer Unachtsamkeit in der Defensive das Gegentor bekommen und Glück gehabt, nicht das 0:2 erhalten zu haben. Gott sei Dank haben wir schnell reagieren und den Ausgleich erzielen können. Beide Mannschaften hatten am Ende noch die Chance auf das 2:1. Es ist ein gutes Ergebnis, aber nächste Woche gibt es noch einmal schwierige 90 Minuten."
George Geguchadse (Sestaponi-Trainer): "Wir haben das ganze Spiel lang besser gespielt, aber einen Fehler gemacht, nach dem Sturm das Tor gemacht hat. Es ist noch nichts entschieden, die Chancen stehen weiter 50:50, es wird noch ein hartes Spiel für Sturm in Graz. Wir werden hart kämpfen und alles geben, um den Aufstieg noch zu schaffen."
Patrick Wolf (Sturm-Torschütze): "Es war eine Einzelaktion. Ich bin froh, das Tor gemacht zu haben, aber Fußball ist ein Mannschaftssport, das Kollektiv ist entscheidend. Ich denke nur von Spiel zu Spiel, an den Aufstieg ist noch nicht zu denken. Die Temperaturen sind für alle gleich."
Mario Haas zur großen Hitze: "Ich habe noch nie bei so großer Hitze gespielt. Man muss die Sache im Kopf regeln, sich denken es ist saukalt und einfach kicken."
Christian Gratzei: "Es war das erwartet schwere Spiel. Man hat gesehen, dass es gegen den georgischen Meister nicht so einfach ist, wie viele glauben. Wir haben das Auswärtstor geschossen und können zufrieden sein."
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