18.06.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Lieber Rezession statt Inflation?

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Wer auf Urlaub ins fernere Ausland fährt, wird es bald merken: Der Euro ist deutlich schwächer geworden, so um die zehn Prozent gegenüber dem US-Dollar allein im letzten Jahr. Und was geschieht in Europa? Während führende Wissenschaftler, wie der deutsche Ifo-Chef Fuest, von einer „klaren Rückkehr der Euro-Krise“ sprechen, fährt die Europäische Zentralbank weiter im Bummelzug: Ihre Aufgabe wäre es, die Inflation auf zwei Prozent zu senken, die österreichischen Verbraucher können sich da nur auf den Kopf greifen: Mit 7,7 Prozent wurde auch bei uns ein neuer Rekordwert erreicht.

Die Notenbanken außerhalb der Euro-Zone haben längst reagiert: Die USA mit kräftigen Zinserhöhungen, die die Konjunktur bremsen sollen. Als mächtigste Wirtschaftsnation können sie sich das offenbar leisten. Aber auch ein so vorsichtiges Land wie die Schweiz hat bereits eine Zinserhöhung beschlossen, etliche andere Staaten auch. Nur die EZB schläft den Schlaf der Ungerechten.

Sie hat offenbar Angst vor einer Rezession, die eine Folge der teureren Kredite sein könnte. Ja, das ist nicht ganz unberechtigt, aber das zu verhindern wäre ja der Nutzen einer klugen Notenbank-Strategie. Aber leider, nichts geschieht und inzwischen machen die Zinsen bei neuen Italien-Anleihen die Finanzmärkte nervös. Erst dadurch kommen die Notenbanker in Zugzwang: Plötzlich soll ein „Rettungsplan für die Euro-Zone“ ausgearbeitet werden. Zu spät und zu wenig! Damit provoziert man das Schlittern in eine Rezession statt in eine Rückkehr der Preis-Stabilität.

Georg Wailand
Georg Wailand
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