21.07.2011 15:07 |

Hohe Auszeichnung

Schröcksnadel erhält Orden für seine Verdienste

Selbst das schlechte Wetter konnte am Donnerstag in Wien die Stimmung von Peter Schröcksnadel nicht trüben. Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes erhielt für seine Verdienste das Große Ehrenzeichen der Republik von Sportminister Norbert Darabos, der ihn als "Alphatier" des heimischen Sports bezeichnete. Schröcksnadel zeigte sich stolz über seine Auszeichnung: "Wenn man eine Karriere hinter sich hat, freut man sich natürlich über so eine Anerkennung."

Der Tiroler, der am 30. Juli seinen 70. Geburtstag feiert, steht bereits seit 1990 an der ÖSV-Spitze. Im Juni dieses Jahres wurde Schröcksnadel in seiner Funktion einstimmig bis 2014 wiedergewählt. Auf sein Erfolgsgeheimnis angesprochen, antwortete der Verbandsboss: "Ich glaube, man muss immer ehrlich und geradlinig sein, denn Ungerechtigkeit vertrage ich gar nicht." Probleme während seiner Laufbahn habe er immer positiv aufgenommen, um "sie dann auch erfolgreich lösen zu können".

Gratulationen kamen nicht nur vom Verband, sondern auch von vielen prominenten Sportlern. Benjamin Raich betonte, wie wichtig es sei, dass es ein gutes Team im Hintergrund gibt. "Peter hat Strukturen geschaffen, die uns ermöglichen, erfolgreich zu sein", erklärte der zweifache Olympiasieger von Turin 2006. Schröcksnadel habe sich immer mehr "als Sportler statt als Funktionär" verhalten. Der ehemalige ÖSV-Star Stephan Eberharter würdigte nicht nur seine Handschlag-Qualität. "Peter hat viele Vorzüge, aber am meisten schätze ich, dass er alle Dinge mit Begeisterung und voller Leidenschaft macht", sagte der Tiroler.

"Materialreform" Thema Nummer eins
Gesprächsthema Nummer eins unter den Spitzensportlern war auch die "Materialreform", die Verletzungen minimieren soll: Ab der Saison 2012/2013 werden die Weltcup-Rennski länger, schmäler und weniger stark tailliert. Während die Industrie mit wenig Freude auf die Änderung reagiert, begrüßen die Fahrer die Umstellung. "Ich finde die Entscheidung in Ordnung und als Fahrer muss man das sowieso hinnehmen", meinte Slalom-Vizeweltmeisterin Kathrin Zettel. "Jeder muss wieder neu damit anfangen, deshalb finde ich es auch fair."

Raich, der sich in der vergangenen Saison selbst schwer verletzt hatte, meinte, dass "es mit dem neuen Material wahrscheinlich nicht passiert wäre". Eberharter erklärte, dass die "Carving-Ski heute schon so viel können, dass der menschliche Körper" gar nicht mehr damit umgehen könne.

Zettel: "Habe immer auch Töchter besungen"
Auch die Änderung des Textes der Bundeshymne war ein Diskussionsthema - mit teils unterschiedlichen Meinungen. Zettel gab zu, dass sie als Gewinnerin auf dem Stockerl "sowieso immer die Töchter auch schon besungen hat". Skispringer Andreas Kofler wird künftig gerne das weibliche Geschlecht miteinbeziehen, aber "man sollte es so umtexten, dass sich die Sportler die Hymne dann auch merken können".

Für Gleichberechtigung tritt auch Eberharter ein, aber "im Endeffekt ist die Diskussion schon sehr überzogen". Ähnlich sieht es Raich: "Es ist gut, dass die Töchter auch erwähnt werden, aber wir haben eigentlich andere Probleme." Schröcksnadel jedenfalls freut sich über die Änderung, die höchst an der Zeit sei, denn "wir haben ja auch viele Töchter, die gewinnen".

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