22.05.2022 10:47 |

Ringen um Gefangene

Werden Asowstal-Kämpfer gegen Oligarch getauscht?

Der Putin-Freund und prorussische Politiker Wiktor Medwedtschuk ist Mitte April von ukrainischen Truppen festgenommen worden - nun laufen offenbar Verhandlungen über seine Freilassung des Oligarchen. „Wir werden die Möglichkeit eines Austauschs von Medwedtschuk gegen die Asowstal-Kämpfer prüfen“, erklärte der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki gegenüber der Agentur Interfax.

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Die Gefangennahme Medwedtschuk hatte für reichlich Aufsehen gesorgt, denn der Oligarch gilt als einer der engsten Verbündeten von Kremlchef Wladimir Putin in der Ukraine. Der prorussische Politiker war kurz nach Beginn der Invasion untergetaucht und schließlich auf der Flucht aufgegriffen. In Kiew werden Medwedtschuk Hochverrat und Unterschlagung vorgeworfen.

Widerstand gegen Austausch formiert sich in Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kurz nach Medwedtschuks Festnahme einen Austausch gegen ukrainische Kriegsgefangene vorgeschlagen, was bisher nicht klappte. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte noch vor Wochen erklärt, Medwedtschuk sei „kein russischer Staatsbürger“. Nach der Eroberung Mariupols, als sich Tausende ukrainische Soldaten im belagerten Asowstal-Werks ergeben hatten, ist ein Gefangenenaustausch gegen den Oligarchen nun wieder im Gespräch. Einige russische Politiker sprachen sich jedoch dagegen aus und wollen die Kämpfer aus Mariupol lieber vor Gericht sehen.

Oligarch tauchte während Kriegswirren unter
Medwedtschuk soll zu den reichsten Menschen der Ukraine zählen. Laut eigenen Angaben ist Putin der Patenonkel seiner jüngsten Tochter. Die Beziehung zum Kreml-Chef wurde dem Politiker schon letztes Jahr zum Verhängnis: Er wurde wegen Hochverrats angeklagt und unter Hausarrest gestellt. Als russische Truppen Ende Februar in die Ukraine einmarschiert waren, war es ihm während der Kriegswirren wochenlang gelungen, unterzutauchen. 

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