Turnier in Wimbledon

Rafael Nadal fit für den Showdown der Top Vier

Sport
29.06.2011 09:20
Noch liegen die Top Vier der Herren in Wimbledon auf Semifinal-Kurs: Nur noch ein Match am Mittwoch trennt Rafael Nadal, Novak Djokovic, Roger Federer und Andy Murray davon. Setzen sich alle vier durch, dann kommt es zur Wiederholung der Halbfinali vom 3. Juni bei den French Open. Abgesehen von den Gegnern könnte aber der Körper von Nadal diesen Hoffnungen einen Strich durch die Rechnung machen. Trotz Problemen mit dem Fuß ist sein Antreten gegen den US-Amerikaner Mardy Fish allerdings gesichert.

Eine Kernspintomographie ergab, dass der Weltranglisten-Erste keine ernste Fußverletzung erlitten hat. Trotz einer schmerzhaften Blessur, die den Spanier im Achtelfinale gegen Juan Martin del Potro fast zum Aufgeben gezwungen hatte, kann der 25-Jährige somit sein Projekt Titelverteidigung fortsetzen. Mit 7:6(6), 3:6, 7:6(4), 6:4 hatte Nadal Montagabend den Argentinier niedergerungen, aber mit seinem Fuß zu kämpfen gehabt.

"Ich weiß nicht, was das Problem ist. Es hat sich angefühlt, als hätte ich mir etwas im Fuß gebrochen. Ende des ersten Satzes habe ich nicht gewusst, ob ich weiterspielen kann", erklärte der Spanier nach em Match. Dank eines Tapeverbandes konnte er weiterspielen, allerdings nicht schmerzfrei. Trotzdem war das Match auf dem Center Court vor den Augen des Prinzenpaares Kate und William, das natürlich auch schon Landsmann Murray davor die Daumen gedrückt hatte, ein hochklassiges. 

"Er ist jung und hat ein unglaubliches Potenzial", meinte Nadal über den 22-jährigen Argentinier. Auch seinen nächsten Gegner Mardy Fish hat Nadal schon beobachtet. "Er spielt fantastisch und auf sehr hohem Niveau. Ich werde mein Bestes tun, um hundertprozentig fit zu werden. Wenn nicht, wird es unmöglich werden, ihn zu schlagen", glaubt Nadal.

Unrasierter Murray trifft Englands Prinzenpaar
Angesichts einer 5:0-Bilanz gegen den US-Amerikaner müsste ihm nicht bange sein. Ob er tatsächlich heuer noch auf den "heiligen" Rasen zurückkehren wird, wird sich weisen. "Ich kann nicht in die Zukunft sehen." Seinem möglichen Halbfinal-Gegner Murray geht es hingegen prächtig. Artig beugte er sein Haupt vor dem frisch vermählten Prinzenpaar und traf Kate und William später auch. "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich rasiert", scherzte der Schotte später. 

Gegen Richard Gasquet war er weniger höflich und in drei Sätzen sicher weiter. Er trifft nun auf Überraschungsmann Feliciano Lopez aus Spanien. Der Roddick-Bezwinger zeigte gegen den vom Österreicher Edwin Weindorfer gemanagten Polen und Marach-Doppelpartner Lukas Kubot eine tolle Aufholjagd und siegte nach 0:2-Satzrückstand noch in fünf Sätzen.

Über Gegner Lopez bestens informiert
Murray hat Lopez in allen bisherigen vier Begegnungen bezwungen, nur einen Satz abgegeben. "Lopez hat Roddick hier klar geschlagen. Er serviert sehr gut, hat eine gute Slice-Rückhand und spielt anders als die meisten Spanier. Er kommt auch gerne ans Netz", weiß Murray über seinen nächsten Gegner Bescheid. Aber natürlich weiß er auch, dass eine ganze Nation den Sieg von ihm erwartet. Und mit jedem Match, das ihn näher zum Finale führt, wird der Druck auf ihn größer.

In etwas vermindertem Maße gilt dies für Roger Federer und Novak Djokovic. Vor allem der Schweizer, der gegen David Nalbandian im Achtelfinale erstmals einen Satz abgab, muss niemandem mehr etwas beweisen. Gegen Tsonga hat er in fünf Begegnungen einmal verloren, dafür aber heuer schon zweimal gewonnen. "Es wird gutes Tennis werden. Ich habe erwartet, dass er so weit kommt. Er hat Waffen, die ihn zu einer großen Bedrohung auf Gras machen", will Federer den Franzosen keinesfalls unterschätzen.

Novak Djokovic spielt gegen 18-jährigen Australier
Djokovic bekommt es mit dem jüngsten Viertelfinalisten seit 25 Jahren, dem 18-jährigen Australier Bernard Tomic zu tun. Als Nummer 158 der Welt ins Turnier gekommen, hat der 1,93-m-Mann Nikolaj Dawydenko, Igor Andrejew, den Weltranglisten-Fünften Robin Söderling und zuletzt Melzer-Bezwinger Xavier Malisse auf seiner Abschussliste. "Er liebt es, auf Gras zu spielen, hat einfach diese flachen Schläge, die dir nicht viel Zeit geben", sagte Djokovic, der mit Tomic gut befreundet ist und sowohl hier in Wimbledon als auch sonst immer wieder mit ihm trainiert hat. 

"Wir sprechen dieselbe Sprache, daher ist es leicht für uns zu kommunizieren." Die Sprache ist serbo-kroatisch: Tomic ist in Deutschland geboren, als Dreijähriger übersiedelte seine Familie nach Australien. Der Vater stammt aus Kroatien, die Mutter aus Bosnien.

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