"Er hat vor allem mit der Vorhand überraschenderweise sehr gut gespielt und returniert. Es war 2:5 im zweiten Satz im Tiebreak, wenn der danebengeht, dann ist es ganz ein langer Weg", wusste Melzer über die brenzlige Situation Ende des zweiten Satzes. So hat er aber den vorentscheidenden Satzgleichstand geschafft. "So bin ich zufrieden, Satz drei und vier war dann lockerer. Alles in allem bin ich froh, dass ich durch bin."
Sein nächster Gegner wird erst am Mittwoch feststehen, denn das Duell zwischen Hertogenbosch-Sieger Dmitrij Tursunow (RUS) und Ernests Gulbis (LAT) wurde bei 6:3, 3:6, 5:5 am späten Dienstagabend wegen Dunkelheit abgebrochen. Melzer ist am Mittwoch allerdings mit seinem Partner Philipp Petzschner im Doppeleinsatz, beginnt also seine Titelverteidigung.
Auch Haider-Maurer in Runde zwei
Nur wenige Minuten nach Melzer hat auch Andreas Haider-Maurer bei seinem Wimbledon-Debüt die zweite Runde erreicht. Der 24-jährige Waldviertler setzte sich gegen den Franzosen Florent Serra nach 111 Minuten mit 7:6 (5), 6:3, 6:3 durch und hat damit zum zweiten Mal in seiner Karriere ein Match bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen. Haider-Maurer, der an diesem Tag nicht weniger als 38 Asse schlug, bekommt es am Donnerstag mit dem Argentinier David Nalbandian zu tun.
"Das war heute wirklich sehr gut vom Aufschlag her. Ich war von Anfang an so dominant bei den Aufschlag-Games, ich habe mich in jeder Phase des Matches darauf verlassen können", sagte Haider-Maurer. Auch sein Gegner habe wohl darunter gelitten. "Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass er an ein Break glaubt."
Paszek zeigt Kämpferqualitäten
Tamira Paszek hat mit einer tollen Aufholjagd das an zwei Tagen ausgetragene Erstrundenmatch gegen die Japanerin Ayumi Morita gewonnen. Die 20-jährige Vorarlbergerin, die am Vortag schon mit 5:7, 0:3 und 15:40 in Rückstand geraten war, machte insgesamt zwölf Games in Folge und siegte am Dienstag letztlich noch klar mit 5:7, 6:3, 6:0 gegen die Nummer 42 der Welt.
"Wichtig war, dass wir gestern noch den zweiten Satz zu Ende gespielt haben nach 5:7, 0:3, 15:40", sagte eine erleichterte Paszek, die zu diesem Zeitpunkt ihren Spielstil und die Taktik umgestellt hatte. Bei einer 2:0-Führung im dritten Satz war das Spiel am Montag wegen Regens vertagt worden.
Die 20-jährige Vorarlbergerin, als Nummer 80 derzeit auch die klare Nummer eins in Österreichs Damen-Tennis, bezeichnete diesen Erfolg als "sehr wichtig", vor allem nach dem Rückstand. "Ich bin ein Kämpfer und ich hasse es zu verlieren", meinte die frühere Nummer 35 der Welt. Die Wende gegen Morita schaffte sie dank variantenreicherem Spiel und Schnittwechsel. Auf ihrem Lieblingsbelag trifft die Dornbirnerin nun auf Christina McHale, die im WTA-Ranking sieben Ränge vor ihr liegt.
Mayr-Achleitner in Runde eins out
Für Patricia Mayr-Achleitner ist der erste Auftritt beim Wimbledon-Turnier 2011 zugleich der letzte gewesen. Die Tirolerin musste sich der Kanadierin Rebecca Marino am Dienstag in der ersten Runde nach 1:27 Stunden mit 3:6, 6:7 geschlagen geben. Mayr-Achleitner hatte im zweiten Satz bei 6:5 zwei Satzbälle ausgelassen.
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