Berglandmilch-Chef

„Wir leben jetzt fast von der Hand in den Mund“

„Angespannte Situation“ und „Kostenexplosion“ - verwendet Josef Braunshofer diese Begriffe, gelingt es ihm zugleich, Emotionen zu unterdrücken. Gelassen und ruhig spricht der Chef der Berglandmilch. Dabei zollt Österreichs größte Molkerei der aktuellen Krise Tribut: Energiekosten sind hoch, Verpackungen Mangelware.

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Gas ist neunmal so teuer als noch vor einem Jahr; die Stromkosten stiegen um das Dreifache; Verpackungen wurden teurer; Kartons sind zum Teil nicht nur schwer lieferbar, sondern lassen oft auch die Qualität vermissen, was wiederum für Stillstände in der Produktion sorgt - „wir arbeiten täglich an der Grenze“, sagt Berglandmilch-Chef Josef Braunshofer. Gemeinsam mit Herbert Altendorfer führt er Österreichs größtes Molkereiunternehmen, das aufgrund der Kostensteigerungen und Materialengpässe eine „angespannte Situation“ erlebt.

„Bei der Verpackung leben wir jetzt fast von der Hand in den Mund“, sagt Braunshofer und meint damit den Mangel an Kartons, in denen Joghurtgläser, Milchpackerl und Co. an den Handel geliefert und die als Trennblätter verwendet werden. „Oft ist der Preis zweit- und drittrangig, Hauptsache, wir bekommen etwas“, so Braunshofer.

„Gibt‘s kein Gas, stehen wir morgen“
Während NÖM-Vorstand Alfred Berger „vorsorgliche Lieferstopps von bestimmten Produkten“ ankündigte, ist das bei der Berglandmilch kein Thema: „Wir müssen aber intensiv über Preiserhöhungen reden.“ Molkereien sind stark von Gas abhängig, arbeiten viel mit Wasserdampf. „Gibt’s kein Gas, stehen wir morgen“, so Braunshofer.

Was er die geplante Fusion Gmundner Milch und SalzburgMilch sagt? „Wir beobachten das“, gibt er sich zugeknöpft. Der Deal wird derzeit von der Bundeswettbewerbsbehörde geprüft.

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