Um 30 Prozent teurer

NÖM warnt vor stark steigenden Milchpreisen

Die zweitgrößte Molkerei Österreichs, die NÖM mit Sitz in Baden (Niederösterreich), warnt vor stark steigenden Preisen bei Milch und Milchprodukten. Der Preis für einen Liter Rohmilch soll bereits um mehr als 10 Cent gestiegen sein. Dabei handelt es sich um einen Kostenanstieg von 30 Prozent. Besonders betroffen sind Käse und Butter.

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Gegenüber dem Lebensmittelhandel kündigte NÖM-Vorstand Alfred Berger „vorsorgliche Lieferstopps von bestimmten Produkten“ an. Er berichtete auch von Engpässen bei Verpackungsmaterialien und Fruchtzubereitungen. Allein wegen des Anstiegs des Milchpreises um über zehn Cent pro Liter Rohmilch rechnet die NÖM heuer mit mehr als 40 Mio. Euro an Mehrkosten.

„Durch die derzeitige Preisgestaltung werden wir daher aktiv ins Sortiment eingreifen müssen. Bei Himbeeren gibt es, den drei- bis fünffachen Preis, aber keine Garantie für die Ware. Das ist für alle Beteiligten ein neues Spiel“, sagte Berger. Dazu komme, dass Angebote oft nur eine Gültigkeit von wenigen Tagen hätten. „Diese Anspannung überträgt sich weiter auf unsere Handelspartner, die einen professionellen Umgang von uns gewohnt sind“, erklärte Berger.

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Durch die derzeitige Preisgestaltung werden wir daher aktiv ins Sortiment eingreifen müssen.

Alfred Berger, NÖM-Vorstand

Regale bleiben absichtlich leer, um Druck auszuüben
Die Nervosität im Lebensmittelhandel ist derzeit sehr hoch. Durch die steigenden Preise und die unterschiedlich starken Verhandlungspositionen entlang der Wertschöpfungskette ist der gesamte Markt in Bewegung geraten. Ein Lebensmittel-Produkt geht durch viele Stationen, bis es am Ende beim Kunden ankommt. Vom Bauern bis hin zu den verarbeitenden Unternehmen, den Großhändlern und den Supermärkten. Alle versuchen, ihre Marktanteile und Handelsspannen trotz höherer Kosten zu halten. Teilweise bleiben Regale auch leer, um stärkeren Druck auszuüben.

NÖM zu 100 Prozent von Gas abhängig
Die hohen Energiepreise schlagen sich in der Lebensmittelproduktion auch unterschiedlich stark nieder. Beispielsweise durch Düngemittel, Transporte oder in der Verarbeitung. Die NÖM setzt für die Pasteurisierung der Milch Erdgas ein. „Die Steigerung der Energiepreise, besonders bei Gas, sind enorm. Diese nehmen Dimensionen an, die in keinem Plan eingepreist sind und zu harten Maßnahmen, und damit in letzter Konsequenz zu Veränderungen im Sortiment führen“, schilderte Berger. Die NÖM sei zu 100 Prozent von Gas abhängig. Würde der Gashahn abgedreht werden, würde der Betrieb stillstehen und auch keine Rohmilch von den Bauern abgeholt werden können.

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