10.04.2022 08:00 |

Grazer Verein

Endlich haben gerettete Wildtiere eine neue Heimat

Am neuen Standort in Graz-Mariatrost startet der engagierte Verein „Kleine Wildtiere in großer Not“ mit Elan, Herzblut und ganz viel Energie wieder durch. Hilfe ist willkommen!

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„Ulrich“ ist schlecht gelaunt. Der Mehlwurm, der ihm angeboten wird, findet keine Gnade vor seinen Augen, die Gabe quittiert er gleich einmal mit einem kräftigen „Pecker“ in den Finger. Um sich gleich darauf wieder von seiner charmanten Seite zu zeigen, er schmiegt sich in die Hand, fordert Streicheleinheiten.

Die Nebelkrähe muss man einfach gern haben, sie ist so witzig. Und so etwas wie das Maskottchen des Vereins „Kleine Wildtiere in großer Not“. „,Ulrich‘ ist schon seit sieben Jahren bei uns“, erklärt Chefin Monika Großmann. „Er kam als Jungtier, von Menschen aufgezogen, völlig fehlgeprägt. Er fürchtet sich vor seinen Artgenossen, bleibt immer in unserer Nähe.“ Einmal hat er den Freiflug gewagt, war zwei Tage lang weg. „Bis er einfach ins Postamt im Stiftingtal reingegangen ist - wirklich gegangen -, sich auf einen Drucker gesetzt hat und eingeschlafen ist.“

Die neue Gegend beäugt er noch genau, sie scheint ihm aber zu gefallen. In Graz-Mariatrost hat der unermüdliche Verein trotz jahrelanger Widrigkeiten eine schöne Bleibe gefunden und kann wieder rund um die Uhr Schützlinge aufnehmen und pflegen - was man aufopfernd macht. 

Ein großes Herz für hilflose Geschöpfe
Die Käfige und Gehege sind blitzblank, Großmann kennt die Geschichte jedes Tieres. Jener Eichhörnchenbabys zum Beispiel, deren Kobel Bauarbeiten zum Opfer gefallen ist - die Mutter starb. Die hilflosen „Würmchen“ hatten das Glück, bei Großmanns Team zu landen. Sie brauchen Futter, alle zwei Stunden, auch nachts. Eine Herausforderung, und das bei Tausenden Pfleglingen im Jahr!

Hier kann man auch unglaublich viel lernen. Dass die Taubenmutter Futter für die Kleinen aus dem Kropf herauswürgt - weshalb die in diesem Fall verwaisten Nachkommen hingestellte Körner nicht aufnehmen können, sondern die Menschenhand den Kropf der Mutter nachahmen muss. Großmann und ihr Team wissen, wie sie junge Igel aufpäppeln, was Kröten brauchen, wie man Fledermäuse gut beherbergt. Dass es einen Riesenunterschied gibt zwischen Feldhasen und Wildkaninchen. Und sie teilen ihr Wissen gern.

3,5 Hektar hat der neue Standort, für Großmann geht damit eine Vision in Erfüllung: „Wir können die Rehe, Füchse, Vögel artgerecht im Wald leben lassen und auch Marder, Waschbären und Otter so unterbringen, wie sie es brauchen.“

Einige Schützlinge sind noch am Hilmteich, sie werden umgesiedelt, sobald alles fertig ist. Sehr viel Arbeit wurde schon erledigt, ganz viel steht noch an. Maurerputz klatscht das Team schon wie die Profis an die Mauern, es fliest Böden im Akkord, stellt Gehege auf.

Das Geld ist knapp. Monika Großmann und ihre Mitstreiter nehmen auch gerne Hilfe an. Geschenkte Stauden, Pflanzen und Bäume für eine schützende Hecke wären ein Traum, aber auch Nüsse aller Art, Bettwäsche und Geldspenden.

 Verein Kleine Wildtiere in großer Not, Langeggerweg 80, 8044 Graz-Mariatrost, Bushaltestelle Fölling - Josefhof. Spendenkonto: IBAN AT472081503100610983

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