"Gebe ich mir selber"

Keine Zielvorgabe von Rapid für Neo-Trainer Schöttel

Fußball
15.06.2011 11:13
Einen Tag vor Trainingsbeginn in Wien-Kagran hat Rapid-Trainer Peter Schöttel seine Ziele, Pläne und Transferüberlegungen für die kommende Saison verraten. "Ich freue mich total auf die Aufgabe, die nicht leicht, aber reizvoll ist", sagte der vom SC Wiener Neustadt nach Hütteldorf geholte Pacult-Nachfolger vor seiner dritten grünweißen Mission, nachdem er für den Verein als Spieler und als Sportdirektor tätig gewesen war.

In der neuen Saison wolle er in Meisterschaft und Cup so lange wie möglich um den Titel mitmischen. "Vorgabe vom Verein habe ich keine, ich gebe mir sie aber selber. Trotz der schwierigen Situation mit dem Umbruch der Mannschaft will ich die Spieler weiterentwickeln", meinte der 44-Jährige, der sich natürlich gewünscht hätte, dass der Rekordmeister, der 2010/11 über den fünften Liga-Rang nicht hinausgekommen ist, auch im Europacup dabei gewesen wäre.

Er gewinnt dieser Tatsache dennoch auch etwas Positives ab. So könne sich der neue Trainerstab mit Ex-Keeper Raimund Hedl und die Mannschaft ohne Druck besser aneinander gewöhnen. Das vergangene halbe Rapid-Jahr bezeichnete er als "durchwachsen und turbulent" und traut sich zu, dass er eine gute Arbeit abliefern werde. "Ich will, dass die Spieler wissen, dass sie einen tollen Job, alle Möglichkeiten haben und gerne zur Arbeit kommen."

Schöttel hofft auf positive Fan-Energie
Schöttel möchte außerdem, dass durch die Westtribüne wieder positive Energie frei wird. "Da wollen wir wieder hin", hofft der Trainer, der die einmalige Atmosphäre im St. Hanappi aus seiner aktiven Karriere im Westen Wiens bestens kennt. Zum Transferende am 31. August hofft er, einen Kader zusammen zu haben, in dem jede Position doppel besetzt und der Konkurrenzkampf ums Leiberl sehr hoch sein wird. Apropos Leiberl: Der neue adidas-Heim-Dress für die Saisonen 2011/12 und 2012/13 ganz in Grün gehalten mit weißen Nadelstreifen wurde ebenfalls am Dienstag präsentiert.

Der Vertrag mit Markus Heikkinen wurde um zwei Jahre bis 2013, jener von Ragnvald Somas um ein Jahr verlängert. "Auch wenn die abgelaufene Saison für beide nicht einfach war - ich setzte auf sie. Sie werden uns noch helfen, sollen unsere junge Mannschaft führen", meinte Schöttel. Zu dem Duo und Mario Sonnleitner wird noch ein vierter Mann für die Innenverteidiger, als Alternative zu Markus Katzer ein linker Verteidiger, für die sowohl eine österreichische Lösung, aber auch die Suche im Ausland infrage kommt, gesucht. Zudem wird der Torhüter-Markt aufmerksam beobachtet.

Zwei neue Offensivkräfte für Grün-Weiß
In der Offensive sei Rapid nach Meinung von Schöttel mit den zwei Neuen Deni Alar, Guido Burgstaller sowie Rene Gartler, Christopher Trimmel, Christopfer Drazan, Atdhe Nihiu, Hamdi Salihi usw. gut aufgestellt. Neu sind auch noch Thomas Prager und Christian Thonhofer, Abschied haben neben Hedl (Karriereende), Yasin Pehlivan (Gaziantepspor), Tanju Kayhan, Veli Kavlak (beide Besiktas Istanbul) und Jan Vennegoor of Hesselink genommen.

Prager ist froh, dass er endlich ein Rapidler geworden ist. "Jetzt bin ich bei einem Top-Klub gelandet, mit dem es um Titel geht. Ich hoffe, zu alter Stärke zurückzufinden und zeigen zu können, was in mir steckt", meinte der Mittelfeldspieler. Thonhofer glaubt, in Wiener Neustadt unter Schöttel gereift und gewachsen zu sein. "Der Trainer weiß, was er von mir haben kann und ich weiß, was er möchte", sagte der Heimkehrer. Alar hatte auch andere Angebote erhalten, aber "das beste Gefühl mit Rapid" gehabt. Er möchte an die Leistungen von Kapfenberg anschließen.

"Geisterspiele" als großer Nachteil
Für die Bundesliga-Auslosung, die voraussichtlich am 24. Juni vorgenommen werden soll, wünscht sich Schöttel keinen speziellen Gegner in den ersten zwei Runden, in denen die "Geisterspiele" vor leeren Rängen abgehalten werden müssen, zu denen Rapid vom Strafsenat des ÖFB verurteilt wurde. "Peter Stöger, mein Nachfolger in Wr. Neustadt, hat sich für eine der zwei Partien angemeldet", scherzte der Rapid-Coach, um gleich wieder ernst zu werden: "Für uns und die Gegner wird das nicht einfach, das tut enorm weh und ist ein großer Nachteil, schade!"

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