Boxer im Kino

“Klitschko” – die Geschichte von Vitali und Wladimir

Sport
14.06.2011 14:55
Die Boxer Vitali und Wladimir Klitschko sind einem größeren Publikum vor allem durch ihre sportlichen Leistungen bekannt geworden. Doch darauf lassen sie sich längst nicht reduzieren: Neben dem Engagement für die UNESCO und Vitalis politischem Einsatz in Kiew standen sie auch schon häufig vor der Kamera. Ob in Til Schweigers "Keinohrhasen" oder für die Anpreisung bekannter Milchprodukte. Mit der Dokumentation "Klitschko" (Kinostart: 17. Juni) von Sebastian Dehnhardt vervollständigt sich das intellektuelle Vermächtnis der schweren Brüder.

Und so zeigt die Dokumentation das Leben der beiden Ausnahmetalente: Geboren wurden die Profiboxer in Zentralasien. Der Vater, ein Kommandierender im Sowjetmilitär, wird oft versetzt und so bleibt den Brüdern jedes Mal nicht viel Zeit sich heimisch zu fühlen. Doch unter der strengen Hand der Eltern wachsen sie zu pflichtbewussten und loyalen Jugendlichen heran, die ausgerechnet durch den Einfluss westlicher Kampfsportfilme schnell eine Leidenschaft für Karate und später dann das Boxen entwickeln. Der Start für eine steile Karriere.

Regisseur Dehnhardt präsentiert in seinem Werk die bedeutendsten Stationen im Leben der beiden Ukrainer und lässt diese nicht nur durch sie selbst, sondern auch durch Weggefährten und Kontrahenten wie Lennox Lewis oder Chris Byrd kommentieren. Er positioniert die zwei Protagonisten dabei zwischen heimatlicher Bodenständigkeit und amerikanischen Höhenflügen und macht deutlich, dass sie niemals vergessen haben, wo sie herkommen.

Naturgewalten im Ring
Doch die Feier des Triumphs soll natürlich im Mittelpunkt stehen. Wie Naturgewalten pflügen die Klitschkos vor der Kamera durch ihre Gegner, messen sich an den Größten der Branche, ohne dass der Film dabei ausspart, dass beide auch schon Titel verloren. Ihr wahres Talent scheint sich in der Fähigkeit zum Comeback zu zeigen und so stehen beide bis zum heutigen Tag an der Spitze des Boxens.

Aber die Dokumentation schlägt auch ernstere Töne an. Nicht nur die ärmlichen Verhältnisse der Familie Klitschko werden erwähnt, traurige Aktualität erhält vor allem die Episode des väterlichen Einsatzes in Tschernobyl und dessen Spätfolgen.

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