Doppelt hält besser? Nicht in der Südstadt. Dem Senat fünf der Bundesliga liegt neuerlich ein Vertragskonstrukt vor, abgeschlossen zwischen der Admira und einem Spieler. Wieder in zweifacher Ausfertigung. In der offiziellen, die an die Liga geht und als Grundlage für die Lizenzierung dient, scheinen Brutto-Bezüge auf. In der inoffiziellen, einem mit der Firma von Mäzen Richard Trenkwalder abgeschlossenen "Generalvertrag", kassiert der Spieler zusätzliche Netto-Summen.
Weil die Bundesliga doppelte Kontrakte jedoch strikt verbietet, mit harten Sanktionen ahndet, finden diese selten den Weg an die Öffentlichkeit. Im Fall der Admira ein klassisches Eigentor: Mit den beiden betroffenen Spielern waren zwei Generalverträge aufgesetzt worden, die der Admira letztendlich zu teuer erschienen. Beide gingen zur Gewerkschaft.
Trenkwalder: "Liga hat nie widersprochen"
Und traten eine Lawine los, deren Tragweite noch nicht abschätzbar ist. Laut Trenkwalder sei nichts Unrechtmäßiges passiert: "Die Liga kennt unser Abrechnungsmodell und hat nie widersprochen." Im Senat fünf klingt das anders: "Doppelte Verträge entsprechen nicht dem fairen Wettbewerbsgedanken", sagt Rudolf Novotny, der dort als Vertreter der Fußballergewerkschaft sitzt, die Admira anschwärzte. "Aus meiner Sicht ist eine nachgewiesene Verfehlung strengstens zu ahnden. Schnellstens."
Seit Jahresbeginn ist die Liga in der Causa aktiv - der nahende Saisonstart setzt sie unter Druck. Wie eine nachgewiesene Verletzung der Lizenzbestimmungen geahndet wird, ist offen. "Als Bewerbshüter tun wir alles, um die Einhaltung der Bestimmungen durchzusetzen", betont Vorstand Georg Pangl. Der Strafrahmen reicht von einer Geldstrafe bis zum Punkteabzug. Die Frage ist, in welcher Spielklasse.
Rückwirkend dem Aufsteiger Punkte aus der Meistersaison in der Ersten Liga abzuerkennen, Altach so nachträglich den Aufstieg zu bescheren, würde einen Super-GAU darstellen. Für Klub und Liga.
Rapid protestiert gegen zwei Geisterspiele
Rapid präsentiert am Montag seine Konsequenzen aus dem Derby-Abbruch, wird nochmals den Protest gegen den Senat eins begründen. Ob die zwei Geisterspiele bleiben oder nicht, hat nur interne grün-weiße Konsequenzen. Etwa bei der Frage, wie viele Heimspiele in den neuen Abonnements angeboten werden können.
Aber die Klärung wird sich noch in die Länge ziehen: Letzte Woche erhielt Rapid die schriftliche Urteilsbegründung. Jetzt wird der Protest formuliert. Dann erst muss das Protestkomitee unter dem Wiener Anwalt Andreas Grundei zusammengetrommelt werden. Fraglich, ob sich das alles nicht bis nach dem Meisterschaftsstart am 16. Juli hinauszieht.
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