Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber schaffte es als Dritter aufs Podest, unmittelbar vor Michael Schumacher. In der WM führt Vettel trotz des Blackouts weiter komfortabel mit 60 Punkten Vorsprung auf Button, der den zehnten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere feierte. Webber ist mit 67 Zählern Rückstand WM-Dritter.
Buttons "unglaublicher Sieg"
"Ich weiß nicht, was ich sagen soll, das war ein unglaublicher Sieg", sagte Button, der sechs Boxenstopps und eine Durchfahrtsstrafe absolvieren musste, nach einem wahren Husarenritt. "Das waren heute extreme vier Stunden. Zuerst die Kollision mit Lewis Hamilton, dann die Durchfahrtsstrafe wegen Zuschnellfahrens hinter dem Safety-Car. Einfach unfassbar, dass ich am Ende noch gewonnen habe."
Einmalig war aber nicht nur das Finish des 31-jährigen Weltmeisters von 2009, sondern auch der gesamte Rennverlauf. Aufgrund von Dauerregen musste der Grand Prix hinter dem Safety-Car, das an diesem Nachmittag im Dauereinsatz stand, gestartet werden. Als dieses nach der vierten Runde in die Streckengasse einbog, folgte sogleich die erste Kollision in dem überaus turbulenten Rennen: Der bisherige WM-Zweite Hamilton fuhr mit seinem McLaren auf Webber auf. Nach einer weiteren Kollision von Hamilton, der in Runde acht bei einem Überholversuch Button berührte, musste das Safety-Car erneut ausrücken, da der Engländer mit einer gebrochenen Hinterachse auf der Strecke liegenblieb.
Vettel zunächst ohne Probleme
Vettel ließ sich in dieser Rennphase weder von solch wilden Szenen hinter ihm noch vom immer stärker werdenden Regen beirren und fuhr mit seinem Boliden stets sicher über den 4,361 Kilometer langen Circuit Gilles Villeneuve. In Runde 19 wurde die Intensität der Schauer so stark, dass das Safety-Car in der folgenden Runde zum dritten Mal auf die Strecke musste.
"Zwischen Kurve neun und 13 ist es unfahrbar", betonte Vettel in seinem Funkspruch in Runde 22. "Es ist schon für das erste Auto gefährlich, aber die dahinter können gar nichts mehr sehen", ergänzte der Champion nur wenig später und klagte trotz Regenreifen über permanentes Aquaplaning.
Abbruch nach Runde 25
In Runde 25 kam schließlich auch die Rennleitung zur Einsicht, dass der WM-Lauf mehr mit "Swimming" als mit "Racing" zu tun hatte, und entschloss sich zum Abbruch. Da der Regen erst eineinhalb Stunden später aufhörte, dauerte es bis zum Re-Start hinter dem Safety-Car mehr als zwei Stunden. Wirklich freigegeben wurde das Rennen jedoch erst in Runde 35 - allerdings nur für drei Runden, dann musste das Safety-Car nach einer Kollision von Ferrari-Star Fernando Alonso mit Button erneut ausrücken. Während der Spanier ausschied, überstand der Engländer auch diesen Vorfall schadlos.
Button nicht aufzuhalten
Es war aber nicht der letzte Einsatz für den "Neutralisations-Mercedes". Nach einem Unfall des Deutschen Nick Heidfeld (Renault) in Runde 56 sorgte der Kanada-Grand-Prix 2011 mit insgesamt 30 Runden hinter dem Safety-Car für einen neuen Rekord in der F1-Geschichte (bisher 25 Runden 2007 in Fuji). Im Finish war dann Button - mittlerweile wie das gesamte Feld auf Trockenreifen unterwegs - auf halbnasser Strecke nicht mehr zu halten. Er ging zunächst an Webber, dann am zu diesem Zeitpunkt noch zweitplatzierten Rekordweltmeister Michael Schumacher, der am Ende Vierter wurde, vorbei und schnappte sich vor dem Ziel auch noch Vettel.
"Bei mir überwiegt natürlich die Enttäuschung. Ich hatte von Anfang bis zum letzten Teil der letzten Runde alles unter Kontrolle. Am Ende habe ich versucht zu pushen, um den Angriff von Jenson abzuwehren, und einen Fehler gemacht. Da haben einen Moment meine Hinterräder blockiert, wodurch Jenson noch durchschlüpfen konnte", meinte Vettel zur entscheidenden Szene des Rennens.
Das Ergebnis
1. | Jenson Button | GBR | McLaren | ||
2. | Sebastian Vettel | GER | Red Bull | ||
3. | Mark Webber | AUS | Red Bull | ||
4. | Michael Schumacher | GER | Mercedes | ||
5. | Witali Petrow | RUS | Renault | ||
6. | Felipe Massa | BRA | Ferrari | ||
7. | Kamui Kobayashi | JPN | Sauber | ||
8. | Jaime Alguersuari | ESP | Toro Rosso | ||
9. | Rubens Barrichello | BRA | Williams | ||
10. | Sebastien Buemi | SUI | Toro Rosso |
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