Die jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung im Keutschacher See ist das einzige UNESCO Welterbe Kärntens. Derzeit sind Wissenschaftler vor Ort, um dieses Kulturgut zu schützen, das durch Laichplätze der Zander beschädigt wird.
Es war und bleibt eine Sensation: Im Jahr 1864 entdeckte der Geologe Ferdinand Hochstätter die jungsteinzeitliche Siedlung im Keutschacher See. Verschiedenste Zeugnisse wie Hüttenlehm, Keramik, Knochen, pflanzliche Reste und Holzkohle wurden aus dem See geholt. „Den damaligen Untersuchungen des kaiserlich-königlichen Experten der Akademie der Wissenschaften kam der niedrige Wasserstand zugute“, weiß Lieselore Meyer, Managerin des Pfahlbau-Kuratoriums. Seit 6000 Jahren liegt die jungsteinzeitliche Siedlung in einer Untiefe von sechs Metern im Keutschacher See verborgen.
Laufende Untersuchungen
„Seither gibt es laufend Untersuchungen“, erklärt Unterwasserarchäologe Henrik Pohl. Vor elf Jahren wurde die Pfahlbausiedlung zum UNESCO Welterbe erklärt. „Zwei Jahre später begann das Pfahlbau-Kuratorium, die Sensationsfunde zu behüten“, so Meyer. Die Aufgabe ist es, das Erbe der Jungsteinzeit zu dokumentieren, zu erforschen und vorrangig zu schützen. Pohl: „Auch unter Wasser gibt es Denkmalschutz.“ Eine vielfältige Arbeit. Derzeit geht’s etwa darum, dass das prähistorische Erbe durch die Laichplätze der Zander gefährdet wird. „Die Fische, die ihre Nester auf der Siedlung bauen, bereiten uns Sorgen, da durch Erosion alljährlich Schichten fehlen“, so der Archäologe.
Jetzt werden Decken verlegt
Nun sollen Decken, die aus Basaltfasern gewoben sind, über die 700 Quadratmeter im See gelegt werden: „Das geht natürlich nur langsam. Wir werden Jahre brauchen.“ Nach der Überdeckung werden für die Fische künstliche Nester aus Kokosmatten auf den Abdeckungen positioniert: „Wir hoffen, die Zander nehmen das an.“











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