Härtefallfonds, Fixkostenzuschuss, Verlustersatz, Ausfallsbonus oder Kurzarbeit - all diese Unterstützungsmaßnahmen halfen den Betrieben über die vier Lockdowns. Und sie sorgten dafür, dass die Konkurse zurückgingen, wie die „Tiroler Krone“ mehrfach berichtete. Damit ist Schluss, wie die Statistik des KSV zeigt.
So sind laut einer Hochrechnung in Tirol im ersten Quartal die Firmeninsolvenzen um satte 321,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Österreichvergleich bedeutet das den größten relativen Zuwachs. Allein in den ersten drei Monaten sind 80 Unternehmen in Tirol insolvent geworden, rechnet der Kreditschutzverband (KSV) vor.
Bei näherer Betrachtung geben die über 320 Prozent jedoch keinen Grund zur Sorge: Den Corona-Förderungen war es nämlich geschuldet, dass im ersten Quartal des Vorjahres „nur“ 19 Betriebe pleite gingen.
Beim Vergleich der Zahlen mit dem Vorkrisenjahr 2019 zeigt sich, dass es heuer gerade einmal sieben gescheiterte Unternehmen mehr gab.
Die Experten des KSV
Herausforderungen durch Energie- und Rohstoffpreise
Durch das Auslaufen der Stundungen von Steuern sowie Sozialversicherungsabgaben im Herbst „beobachten wir einen Nachholeffekt bei den Unternehmensinsolvenzen“, so die Experten des KSV. Beim Vergleich der Zahlen mit dem Vorkrisenjahr 2019 zeigt sich, dass es heuer gerade einmal sieben gescheiterte Unternehmen mehr gab. Zudem musste auch noch kein größerer Produktions- oder Handwerksbetrieb Insolvenz anmelden.
Laut KSV-Regionalleiter Klaus Schaller kommen jedoch durch steigende Energie- und Rohstoffpreise „große Herausforderungen auf unseren Wirtschaftsstandort zu“.
„Nachzieheffekt“ auch bei den Privatinsolvenzen
Den „Nachzieheffekt“ bei den Firmeninsolvenzen beobachten die Experten freilich auch bei Privatpersonen. 159 Tiroler meldeten bisher eine „Pleite“ an. Das sind um 88 mehr als 2021, im Vergleich zu 2019 jedoch sogar etwas weniger, gibt es auch hier Entwarnung.










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