Planbare Operationen werden wegen der Infektionslage in Kärntens Spitälern bereits wieder verschoben (wir berichteten). Dabei zeigt sich, dass Corona bei vielen Patienten nicht der Haupteinweisungsgrund ist, sondern zumeist lediglich ein Nebeneffekt. Unterdessen wächst der Ärger über zu früh eingeleitete Öffnungsschritte.
Mit Stand Freitag, 9 Uhr, waren in Kärntens Krankenhäusern 278 Patienten mit Corona infiziert. Vor allem auf den Normalstationen ist die Auslastung durch Covid-Erkrankte momentan sehr hoch. „Die meisten sind aber nicht wegen Corona im Krankenhaus, sondern wegen eines anderen Problems. Covid ist meist nur eine Begleitdiagnose“, sagt Ronald Rabitsch, Zentralbetriebsrat der Kabeg.
Viele Patienten haben die Begleitdiagnose Covid. Sie sind also nicht deshalb im Spital, der Arbeitsaufwand ist aber dennoch enorm.
Ronald Rabitsch, Kabeg-Zentralbetriebsrat
Dennoch sei der Arbeitsaufwand für das Spitalspersonal enorm. „Es macht keinen Unterschied, ob jemand wegen oder mit Corona eingeliefert wird. Die Schutzmaßnahmen und die bei der Betreuung entstehenden Belastungssituationen bleiben gleich“, erläutert Kabeg-Sprecherin Nathalie Trost. Aus diesem Grund und wegen der zunehmenden Personalausfälle - zum Teil weil selbst erkrankt oder in Kontaktquarantäne - mussten bereits erste planbare Operationen verschoben werden. „Die Akutversorgung ist natürlich unverändert gewährleistet, aber für die allgemeine Bettenkapazität ist die Situation jeden Tag aufs Neue eine Hausforderung“, sagt Trost.
„Es wurde einfach viel zu früh aufgemacht!“
Und die wäre laut Rabitsch leicht zu verhindern gewesen: „Es wurde einfach viel zu früh aufgemacht!“ Hinzu kommt die vom Gesundheitspersonal als mühsam beschriebene Tatsache, dass sie immer wieder mit Kritikern konfrontiert werden, die behaupten, dass vor allem geimpfte Personen im Krankenhaus auf Betreuung angewiesen seien. „Natürlich sind unter den Patienten auch Geimpfte, doch wenn sie sich nicht hätten impfen lassen, wären sie auf der Intensivstation und nicht im Normalbereich gelandet“, kontert der Betriebsrat.











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