So, 22. Juli 2018

Test verweigert

30.05.2011 16:39

NADA leitet Doping-Verfahren gegen Dinko Jukic ein

Die NADA hat am Montag ein Verfahren gegen Kurzbahneuropameister Dinko Jukic eingeleitet. Der 22-jährige Wiener hatte am vergangenen Dienstag im Stadionbad in Wien eine Dopingkontrolle zum vorgesehenen Zeitpunkt nicht durchführen lassen. Wird dies als Verweigerung ausgelegt, gilt es als positiver Test und kann eine Sperre von bis zu zwei Jahren zur Folge haben.

Zur Klärung der Frage, ob Jukic am 24. Mai anlässlich einer Dopingkontrolle im Stadionbad Wien gegen Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen hat, sei der betreffende Akt am Montag zur Verfahrenseinleitung an die zuständige Rechtskommission übergeben worden, hieß es von der NADA. Die Rechtskommission führt nun ein Beweisverfahren durch und wird innerhalb von acht Wochen eine mündliche Verhandlung abhalten.

NADA-Chef Andreas Schwab machte keine Angaben zum Inhalt des Verfahrens, verwies aber auf gewonnene Erkenntnisse aus Protokollen und Aussagen der beteiligten Personen. "Der Ball liegt jetzt zu 100 Prozent bei der Rechtskommission", so Schwab. Diese habe zu entscheiden, ob eventuell gegen die Reglements der NADA, der Welt-Anti-Doping-Agentur und des Internationalen Schwimm-Verbandes verstoßen worden ist.

Einleitung des Verfahrens keine Vorverurteilung
Schwab strich neuerlich hervor, dass die Einleitung eines Verfahrens keinesfalls mit einer Vorverurteilung in Zusammenhang gebracht werden könne. Er habe Jukic zu Mittag über die Verfahrenseinleitung informiert, der Schwimmer habe "ruhig und gefasst gewirkt", so Schwab.

Jukic, gegen den keine Suspendierung ausgesprochen wurde und der deshalb weiter an Wettkämpfen teilnehmen darf, bewertet die erfolgte Verfahrenseröffnung in einer Aussendung des OSV positiv. "Ich bin froh, dass die NADA die Sache lückenlos aufklärt. Mir ist wichtig, dass eine unabhängige Kommission einwandfrei feststellt, dass ich kein Fehlverhalten gesetzt habe", zitierte der OSV seinen Star.

OSV stellt sich hinter Jukic
Demnach sollen im Laufe des Verfahrens die "Ungereimheiten im Zusammenhang mit der Trainingskontrolle" geprüft werden. Für den OSV ist klar: "Nach Prüfung der Sachlage steht für uns fest, dass Dinko Jukic keinerlei schuldhaftes Verhalten anzulasten ist", ließ OSV-Präsident Paul Schauer wissen. Aus Jukics Sicht seien "die Voraussetzungen für eine den NADA-Bestimmungen entsprechende Kontrollstation nicht gegeben" gewesen, so der Verband.

Der zweifache Kurzbahn-Europameister habe der geplanten Kontrolle im Wiener Stadionbad am 24. Mai zunächst mittels Unterschrift zugestimmt, habe dann aber davon Abstand genommen und die Kontrolle mit den NADA-Mitarbeitern nach dem Training vereinbart, hieß es in der Stellungnahme des Verbandes. Kurz vor Trainingsende um 18.45 Uhr seien die Tester dann aber gegangen und hätten die Kontrolle als verweigert protokolliert.

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