07.03.2022 16:36 |

Paralympics

China räumt kräftig ab - das wirft Fragen auf

Dass Gastgeber China bei seinen Winter-Paralympics wie aus dem Nichts alles dominiert, weckt neben Bewunderung auch Zweifel. Die internationale Konkurrenz staunt über das chinesische Erfolgsrezept und hinterfragt die Klassen-Einstufung der Athletinnen und Athleten aus dem umstrittenen Ausrichter-Land. Der deutsche Verbandschef Friedhelm Julius Beucher fühlt sich schon an „chinesische Wundertüten aus meiner Kindheit“ erinnert.

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Bei den Spielen in Peking erfolgt eine nie da gewesene Leistungs-Explosion, die Rätsel aufgibt. Auch im österreichischen Lager, etwa bei Markus Salcher. Der Alpinskifahrer hatte im Super-G Silber hinter dem Chinesen Jingyi Liang geholt, dessen Klassifizierung Diskussionen hatte aufkommen lassen. „Auf dem Papier haben wir die gleiche Behinderung. Aber er wurde innerhalb kürzester Zeit vier Mal neu eingestuft. Wir haben dagegen vor der Saison auch Protest eingelegt, weil das dürfte es eigentlich nicht geben. Klar ist es für mich ärgerlich“, sagte Salcher.

Nachdem sie sich schon bei Olympia gegenüber den Winterspielen davor von Rang 16 auf Platz drei der Nationenwertung vorgearbeitet hatten, dominieren die Chinesen die Spiele der Behindertensportler fast nach Belieben. Schon nach den ersten Wettkampftagen und einer Serie von Goldmedaillen hatten die Gastgeber im Medaillenspiegel einen riesengroßen Vorsprung. Vor Beginn der Spiele hatte China bei zwölf Para-Winterspielen eine einzige Medaille geholt: 2018 im Curling.

Neue Trainer, beinhartes Training
Ansätze von Erklärungen gibt es viele. Seit der Vergabe der Spiele 2015 hat China gute Trainer eingestellt. Außerdem zählt das Land rund 85 Millionen Behinderte, etwas mehr als Deutschland Einwohner hat. Zudem soll das Training beinhart sein. Doch nur der Faktor Arbeit erklärt im professionalisierten Para-Sport nicht diesen enormen Leistungssprung. Chinas Athleten waren auch wegen der seit 2020 geltenden Corona-Ausreisesperre bei nahezu keinem internationalen Wettkampf gesichtet worden. Jetzt fahren sie der Konkurrenz auf der Piste wie in der Loipe um drei bis vier Sekunden davon.

Ein Ansatz könnte sein, dass sie eben wegen ihrer oft fehlenden Auftritte nicht richtig klassifiziert werden konnten. Im Wintersport erhalten die Starter einen Zeitfaktor, der auf dem Grad ihrer Behinderung resultiert. Und der wird aus Erfahrungswerten und Vorleistungen berechnet.

krone Sport
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