„Zeit ist gekommen“

Wirtschaft und Eventbranche wollen mehr Freiheit

Politik
08.02.2022 13:52

Die Bundesregierung hat am Dienstag weitere Lockerungen im Veranstaltungs- und Messebereich sowie auch für die körpernahen Dienstleister ab kommendem Samstag angekündigt. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer (ÖVP) geht das aber nicht weit genug. Er fordert angesichts der Omikron-Variante des Coronavirus eine Neubewertung der Corona-Situation insgesamt und ein Ende für den „Vorschriften-Irrgarten“. Es sei „die Zeit gekommen, maximale Freiheit zurückzugeben“. Und auch die Eventbranche will weitere Öffnungen.

Ein europäischer Vergleich sei angebracht, so Mahrer, denn viele Länder würden seit Wochen sukzessive ihre Corona-Maßnahmen zurücknehmen. „Wir müssen jetzt rasch den Vorschriften-Irrgarten ausmisten“, so der WKO-Chef.

„Vorbereitungen für Herbst und Winter beginnen“
Parallel dazu sollen jetzt die Vorbereitungen für den kommenden Herbst und Winter beginnen, um dem Virus im Fall des Falles einen Schritt voraus zu sein. „Die neu gewonnene Freiheit müssen wir alle gemeinsam nutzen und den Fokus auf zentrale Zukunftsthemen wie Arbeitskräftemangel, Aus- und Weiterbildung sowie Energie- und Rohstoffkosten zu legen“, so Mahrer.

Harald Mahrer, Chef der Wirtschaftskammer (WKO) (Bild: APA/HANS PUNZ)
Harald Mahrer, Chef der Wirtschaftskammer (WKO)

Friseure glücklich über Lockerungen
„Wir sind sehr froh nach langen, wirklich schwierigen Verhandlungen am 12. Februar bei den Lockerungsschritten dabei zu sein. Wir sind sehr glücklich und hoffen, dass alle Kunden wieder zu uns kommen können“, sagte der Friseur-Vertreter Wolfgang Eder am Montag. Die Pandemie sorgte laut Eder für 20 bis 30 Prozent weniger Friseurkunden. Nun wolle man zurück zu den alten Kundenzahlen, sagte der WKO-Branchensprecher.

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Wir sind sehr glücklich und hoffen, dass alle Kunden wieder zu uns kommen können.

Friseur-Innungsmeister Wolfgang Eder

Die Bundesregierung hatte zuvor für den kommenden Samstag Lockerungen im Veranstaltungs- und Messebereich sowie auch für die körpernahen Dienstleister angekündigt. Die 3G-Regelung bleibt bei den körpernahen Dienstleistern erhalten, zusätzlich wird das Tragen der FFP2-Maske beibehalten.

„Unsere Betriebe haben seit jeher tagtäglich sehr hohe Hygiene-Kompetenz bewiesen. Daher ist der nun fixierte Entfall der 2G-Pflicht ein folgerichtiger Schritt, der zu Fairness beiträgt“, betonte Dagmar Zeibig, Bundesinnungsmeisterin der Fußpfleger, Kosmetiker, Masseure, Piercer, Tätowierer und Nagelstudios.

Konzertveranstalter: „Da muss deutlich mehr passieren“
Durchaus kritisch betrachtet Konzert- und Festivalveranstalter Ewald Tatar die Lockerungen. „Ich würde sagen, es ist mal ein erster, aber dennoch zu kleiner Schritt“, hielt er in einer Stellungnahme fest. „Da muss in den nächsten Wochen deutlich mehr in Richtung absoluter Öffnung passieren.“ Bei den Besuchern und Kartenbesitzern merke man mittlerweile, dass viele kein Verständnis mehr für die aktuelle Situation in Österreich haben, „während in vielen Ländern bereits geöffnet wird“.

Für die Konzertbranche ändere sich vorerst wenig. „Für unsere Events bringt dieser Schritt derzeit zu 95 Prozent gar nichts“, betonte Tatar. „Ich denke aber, dass weitere groß angelegte Öffnungsschritte ohnehin nicht mehr aufzuhalten sind. Der Druck der Öffentlichkeit ist einfach zu groß und das Verständnis im Umkehrschluss quasi nicht mehr vorhanden.“ Insofern müsse das Ziel sein, „so rasch wie möglich in allen Kapazitäten, auch stehend, spielen zu können“, und zwar ohne jegliche G-Regel. „Alles andere wäre in Hinblick auf andere Länder, die es wieder mal vorzeigen, sonst nicht mehr zu argumentieren beziehungsweise zu verstehen.“

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