Eigentlich hätte Katharina Truppe gestern im Ziel jubeln müssen. Einen Dreier zeigte die Anzeigetafel - und mit der Schwedin Sara Hector stand nur noch eine Fahrerin oben am Start. Damit stand das beste Riesentorlauf-Resultat in Truppes Karriere (bislang 8. in Spindlermühle 2019) fest. Aber das war Olympia. Und die Kärntnerin ließ sich nach dem Abschwingen enttäuscht auf die Skistöcke fallen: „Ich hab gleich gewusst, dass es bitter wird.“
Hector ließ sich nämlich Gold nicht mehr entgehen, Truppe bekam Blech. Sie fuhr lediglich um acht Hundertstel am Olympia-Stockerl vorbei. „Ich war noch nie so weit vorne im Riesentorlauf - und jetzt tut’s einfach nur weh.“ Die Medaille wäre eine Sensation gewesen. Schließlich laufen Österreichs Damen seit sechs Jahren einem Riesentorlauf-Sieg (Eva-Maria Brem in Jasna 2016) hinterher, holten seit damals nur zwei dritte Plätze im Weltcup und eine Bronzene bei der WM in Cortina durch Katharina Liensberger.
Mit Handy am Zimmer
„Ich würde so gerne da bleiben, wo ich bin“, hatte Kathi gestern in China nach Platz zwei in der Halbzeit des Riesentorlaufes gemeint. Die fünfstündige Pause zwischen den Durchgängen (wegen der Herren-Abfahrt) verbrachte Truppe in ihrem Zimmer im Olympischen Dorf mit Handy-Spielen, ging relativ cool an den zweiten Lauf heran.
„Ich habe die Nerven bewahrt, auch gutes Skifahren gezeigt. Nur am letzten, langen Zug habe ich dann gespürt, dass ich rausnehme.“ Warum? „Ich weiß es wirklich nicht, vielleicht wollte mein Kopf schon ins Ziel“, seufzte die 26-Jährige.
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