07.02.2022 11:58 |

Konjunktur zieht an

Elf Prozent der verschifften Waren stecken im Stau

In der internationalen Containerschifffahrt ist vorerst keine Entspannung in Sicht. Staus auf den internationalen Routen behindern weiterhin weltweit die Versorgung mit Gütern und Rohstoffen. „Rund elf Prozent aller weltweit verschifften Waren stecken derzeit in Staus fest“, berichtete am Montag das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

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„Im Roten Meer, der wichtigsten Handelsroute zwischen Europa und Asien, sind aktuell rund 11 Prozent weniger Waren unterwegs als üblich.“ Indes legt der Welthandel kräftig zu und liegt inzwischen nach Einschätzung der IfW-Volkswirte mittlerweile sogar über dem Niveau vor der Corona-Krise. Vor diesem Hintergrund interpretiert IfW-Ökonom Vincent Stamer die anhaltenden Lieferengpässe als „Ausdruck einer extrem schnell gestiegenen Nachfrage, der das Angebot nicht hinterherkommt“.

Kapazitäten über die Maßen ausgelastet
Verbraucher und Unternehmen leiden seit vielen Monaten unter hartnäckigen Störungen der globalen Lieferketten. Die Corona-Pandemie hat die Fahrpläne der Linienreedereien durcheinandergebracht, unter anderem weil immer wieder Häfen nach Corona-Ausbrüchen geschlossen wurden. Hinzu kommt, dass die Konjunktur vor allem in der weltweit größten amerikanischen Volkswirtschaft früher und kräftiger angezogen hat als in Deutschland. Das sorgt dafür, dass die weltweiten Transportkapazitäten über die Maßen ausgelastet sind.

Gefahr für die Volkswirtschaft Chinas
Die mit der gegenwärtigen Omikron-Welle so stark wie noch nie eskalierende Pandemie sieht das IfW bis jetzt zwar in erster Linie als Gefahr für China, das nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist. Das könnte sich aber ändern: „Es ist zu befürchten, dass Verzögerungen in Chinas Containerumschlag auch Europas Handel in Mitleidenschaft ziehen würden“, sagt Stamer. „Das chinesische Neujahrsfest und die Ausrichtung der Olympischen Spiele sind eine Bewährungsprobe für China, dass sich die pandemische Situation und damit auch der wirtschaftliche Ausblick nicht verschlechtert.“

Die chinesischen Behörden bekämpfen daher bereits kleinere Infektionsstränge mit harten Maßnahmen. In den vergangenen Wochen verhängten sie in mehreren Millionenstädten im Land harte Lockdowns. Dadurch kam es unter anderem zu Produktionsstopps in Fabriken, logistischen Verzögerungen und einem Einbruch des Binnenkonsums.

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