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Impfung war schon bei Pocken-Epidemie der Ausweg

Um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen, geht Zwettls Bürgermeister Franz Mold ungewöhnliche Wege und blickt mit Historiker Friedel Moll in die Geschichte der Stadt: „Das Vertrauen in die Wissenschaft war auch im 19. Jahrhundert nicht immer ausgeprägt“, erinnern sie an die Pocken-Epidemie. Die Impfung war schon damals die Lösung.
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„Wir werden mit dem Coronavirus noch Jahre leben müssen. Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann zu erkranken, ist hoch“, sagt der Zwettler Bürgermeister Franz Mold. Er appelliert, das niederschwellige Impf-Angebot, um das sich die Stadt bemüht, zu nutzen. Denn: „Die Impfung schützt vor allem vor schwereren Krankheitsverläufen.“

Parallelen zur heutigen Corona-Situation
73,8 Prozent der Zwettler sind vollimmunisiert, weitere 1,7 Prozent teilgeimpft. Für den Bürgermeister der 10.500-Einwohner-Stadt ist das noch ausbaufähig. Mit Stadthistoriker Friedel Moll suchte er ähnliche Situationen in der Heimatgeschichte. „Die erste schriftliche Aufzeichnung über die Pocken in Zwettl stammt von 1720. 1821 wurden die Seelsorger verpflichtet, aus dem Taufbuch Kinder herauszuschreiben und sie dem Impfarzt zu melden. Im Pfarrarchiv sind Impfprotokolle von 1829 bis 1841 erhalten“, erzählt der Stadthistoriker. Das wurde damals deshalb nötig, weil der Raum Zwettl von Pockenerkrankungen stark heimgesucht wurde. „Die Geschichte zeigt, dass sich Vertrauen in die Wissenschaft auszahlt. Das hat letztlich die Pocken besiegt und wird auch die Corona-Pandemie beenden“, ist sich Mold sicher. So engagierten sich einst öffentliche Stellen, wie etwa die Kreisämter oder ab 1850 die neu geschaffenen Bezirkshauptmannschaften, und die Bürgermeister für eine möglichst flächendeckende Pockenimpfung. Trotzdem gab es auch damals Ängste und auch starke Zurückhaltung vor der Immunisierung.

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Die Geschichte zeigt, dass sich Vertrauen in die Wissenschaft auszahlt. Das wird auch die Corona-Pandemie beenden.

Franz Mold, Bürgermeister von Zwettl und Landtagsabgeordneter

Protokolle zeigen, wie Seuche besiegt wurde
Die führte sogar weiter als heute, weiß der Bürgermeister und erzählt eine Anekdote: Weil bei einer Impfaktion in Zwettl im Sommer 1853 kein Mitglied des Gemeindevorstandes anwesend war, rügte der damalige Bezirkshauptmann Josef Schmid die Gemeindeführung. „Heute ist das anders“, betont Mold, der gegen Corona dreifach geimpft ist. Und auch die Stadt- und Gemeinderäte in Zwettl würden mit positivem Beispiel vorangehen und sind fast allesamt bereits vollimmunisiert.

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