Di, 14. August 2018

Gefängnisrevolte

08.05.2011 14:59

18 Tote bei Fluchtversuch der Al-Kaida im Irak

Bei einem Ausbruchsversuch in einem Anti-Terror-Gefängnis in Bagdad sind in der Nacht auf Sonntag zehn mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder und acht Polizisten getötet worden. Nach Angaben eines ranghohen Sicherheitsvertreters hatten die Kämpfer mehrere Geiseln genommen. Einigen der Häftlinge gelang der Ausbruch, kurz danach wurden sie jedoch erschossen.

Anstifter der Revolte soll Huthaifa al-Batawi, Chef des Al-Kaida-Ablegers "Islamischer Staat im Irak", gewesen sein. Er wurde bei der Revolte getötet. Batawi galt als mutmaßlicher Drahtzieher einer Geiselnahme in der chaldäisch-katholischen Kathedrale des Bagdader Stadtteils Karrada, bei der im Oktober mehr als 50 Menschen getötet worden waren. Er war im November mit elf weiteren mutmaßlichen Al-Kaida-Mitgliedern festgenommen und als Bagdader Chef des Terrornetzwerkes präsentiert worden.

Zu Beginn der Meuterei habe Batawi einem Offizier die Waffe entrissen. Er war in der Nacht auf Sonntag zu möglichen Racheakten nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden verhört worden, sagte der Sicherheitsvertreter. Der mutmaßliche Al-Kaida-Chef für Bagdad habe den Oberst erschossen, mehrere Geiseln genommen und neun Mitgefangene befreit. Diese hätten sich weiterer Schusswaffen sowie Granaten bemächtigt.

Auch Chef von Anti-Terror-Einheit getötet
Insgesamt starben bei dem mehrstündigen Aufstand acht Polizisten, darunter neben dem Oberst und dem Chef der Anti-Terror-Einheit des irakischen Innenministeriums für das Bagdader Viertel Karrada, Moayed al-Saleh, zwei weitere Offiziere. Fünf der befreiten Gefangenen versuchten, in einem Polizeifahrzeug zu fliehen. Sie wurden von Spezialkräften getötet, die zur Verstärkung eingetroffen waren. Die übrigen fünf Häftlinge verschanzten sich im Gefängnis und wurden in den frühen Morgenstunden ebenfalls getötet.

Irakis nach Abzug der Amerikaner überfordert?
In der Haftanstalt waren 220 Häftlinge, darunter 38 mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder, untergebracht. Nach dem Tod von Bin Laden vor einer Woche waren die Sicherheitsvorkehrungen im Irak verschärft worden. Al-Kaida ist im Irak immer noch zu blutigen Anschlägen in der Lage, auch wenn die Terrororganisation in den vergangenen Jahren geschwächt wurde. Der Gefängnisaufstand nährt erneut Zweifel an der Fähigkeit der irakischen Polizei und Armee, nach dem Abzug der US-Kampftruppen vor acht Monaten selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen.

Erst am Samstag hatten Bewaffnete zwei Wechselstuben in Bakuba überfallen und dabei sechs Menschen getötet. Zwei weitere Personen erlitten Verletzungen, bestätigte die Polizei in der Stadt 60 Kilometer nordöstlich von Bagdad. Die Täter konnten mit einer nicht näher bezifferten beträchtlichen Summe Bargeld entkommen. In der letzten Zeit haben sich im Irak die Überfälle auf Wechselstuben gehäuft. Die Behörden gehen davon aus, dass die Täter extremistischen Gruppen angehören, die auf diese Weise ihre Aktivitäten finanzieren.

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