Sa, 18. August 2018

Nach Bin-Laden-Tod

06.05.2011 09:21

Netanyahu: Nun ist Irans Khamenei die größte Bedrohung

Nach dem Tod von Terrorchef Osama bin Laden stellt nach Ansicht des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu der geistliche Führer des Iran, Ali Khamenei, die größte Bedrohung für die Welt dar. Wie Netanyahu in einem Interview mit dem US-Sender CNN meinte, sei Khamenei, der den Iran tatsächlich führe, noch gefährlicher als Präsident Mahmoud Ahmadinejad, berichtete das israelische Nachrichtenportal Guysen Freitag früh.

Sollte das iranische Regime in den Besitz der Atombombe gelangen, werde dies den Lauf der Geschichte ändern, warnte der israelische Regierungschef. Dann würde das Schicksal des Nahen Ostens, ja des gesamten Planeten auf dem Spiel stehen. Netanyahu rief die internationale Gemeinschaft auf, die Sanktionen gegen Teheran zu verstärken. Diese Sanktionen könnten jedoch nur dann Erfolg haben, wenn dem Iran klargemacht werde, dass eine militärische Option eine glaubwürdige Alternative sei.

In Hinblick auf die Volksaufstände in der arabischen Welt warnte Netanyahu, diese Revolutionen könnten von Extremisten in eine falsche Richtung gelenkt werden. "Die größte Bedrohung wäre, wenn ein militantes islamistisches Regime Atomwaffen in die Hände bekäme", so der israelische Premier.

Netanyahu warnt vor Palästinenserstaat durch "UN-Diktat"
Zuvor hatte Netanyahu im Zuge einer Europa-Reise um Rückendeckung in Frankreich geworben. Staatspräsident Nicolas Sarkozy habe deutlich gemacht, dass die Palästinenserführung "Israel als Staat des jüdischen Volkes" anerkennen müsse, sagte Netanyahu am Donnerstag nach einem Treffen mit Sarkozy im Elysee-Palast in Paris. Am Mittwoch habe er "Ähnliches" von der britischen Regierung gehört. In Paris wie in London gebe es Verständnis dafür, dass der Wunsch nach Frieden ein Bekenntnis zum Frieden und nicht zum "völligen Gegenteil" voraussetze.

"Wer Israel zerstören will, ist kein Friedenspartner", sagte Netanyahu mit Blick auf die radikalislamische Hamas. Vertreter der im Gazastreifen herrschenden Bewegung und der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, die im Westjordanland regiert, hatten am Dienstag in Kairo ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Das Abkommen sieht die Bildung einer Übergangsregierung vor, die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen binnen eines Jahres vorbereiten soll. Dies ist eine Voraussetzung für die einseitige Ausrufung eines Palästinenserstaats. Israel hatte das Abkommen scharf kritisiert. Der israelische Staat sieht in der Hamas, die Israel das Existenzrecht abspricht, eine Terrororganisation.

Netanyahu sagte in Paris, dass Frieden im Nahen Osten nur auf dem Verhandlungswege erzielt werden könne. Ein "UN-Diktat" werde dies nicht schaffen, fügte der israelische Ministerpräsident mit Blick auf Sarkozy hinzu, der am Dienstagabend erstmals angedeutet hatte, dass er einen unabhängigen Palästinenserstaat anerkennen könnte. Deutschland lehnt eine einseitige Anerkennung ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.