20.01.2022 10:44 |

„Schwer erwischt“

6 Wochen alte Tochter von Boris Johnson hat Corona

Tagelang mied der britische Premier in der Vorwoche die Öffentlichkeit. Das Büro von Boris Johnson vermeldete, dass ein Familienmitglied des Regierungschefs positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Nun will eine britische Zeitung in Erfahrung gebracht haben, um wen es sich handelt: die erst sechs Wochen alte Tochter des Premiers!

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Die „Daily Mail“ zitiert eine Quelle aus Downing Street 10 (Amtssitz des britischen Premiers, Anm.), wonach es Romy „ziemlich heftig erwischt“ habe. Aber mittlerweile befinde sich das Kind wieder auf dem Weg der Besserung.

Nach der Bekanntgabe der Corona-Erkrankung im engeren familiären Kreis zog sich Johnson in der Vorwoche aus der Öffentlichkeit zurück. Lediglich einen Interview-Termin mit dem Sender Sky nahm er wahr. Dort habe er sehr emotional und niedergeschlagen agiert, hieß es.

Romy Iris Charlotte Johnson kam am 9. Dezember auf die Welt. Sie ist nach Wilfred (1) das zweite gemeinsame Kind des Premiers mit seiner Ehefrau Carrie, die er im Vorjahr geheiratet hatte. Insgesamt hat Johnson sieben Kinder.

Die Erkrankung seiner Tochter kam zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt für den Premier, der gerade um sein politisches Überleben kämpft. Mehrere Berichte über illegale Partys im Amtssitz des Regierungschefs während strenger Lockdowns im vergangenen Jahr, bei denen auch Johnson zugegen gewesen war, haben den konservativen Politiker schwer unter Beschuss gebracht. Eine Gruppe von konservativen Abgeordneten ist für ein Misstrauensvotum gegen den eigenen Regierungschef.

Corona-Maßnahmen werden gelockert
Um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat Johnson am Mittwoch die Aufhebung der meisten Corona-Maßnahmen in England angekündigt. Ab dem 27. Jänner werde das Tragen von Masken nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben sein, erklärte der 57-Jährige am Mittwoch im britischen Parlament. „Da Corona endemisch wird, müssen wir die gesetzlichen Verpflichtungen durch Ratschläge und Empfehlungen ersetzen“, begründete der Premier den Schritt.

Auch die Arbeit im Homeoffice werde nicht mehr offiziell empfohlen und die Vorlage des Gesundheitspasses in Clubs und bei bestimmten großen Versammlungen nicht mehr vorgeschrieben. Für März plane die Regierung das Ende der Isolation für positiv getestete Menschen. Mit diesen Lockerungen erfüllt Johnson die Wünsche zahlreicher Hardliner seiner Partei.

Hochspannung vor Untersuchungsbericht
Doch es könnte sich lediglich um eine Galgenfrist handeln, die sich Johnson damit erkauft. In der kommenden Woche soll ein interner Untersuchungsbericht über die möglichen Verfehlungen des Premiers vorliegen. Sollten die schweren Vorwürfe weiter untermauert werden, könnten die Zahl der Tory-Rebellen steigen und ausreichend Stimmen für ein erfolgreiches Misstrauensvotum gesammelt werden.

Im Vereinigten Königreich entscheidet übrigens jeder Landesteil über seine Gesundheitspolitik. Am Dienstag erst hatte die schottische Regierung angekündigt, die meisten der bestehenden Beschränkungen ab dem kommenden Montag wieder aufzuheben. Damit dürfen unter anderem auch Diskotheken wiedereröffnen. Wales hatte bereits in der vergangenen Woche ähnliche Schritte angekündigt.

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