12.01.2022 11:55 |

krone.at-Kolumne

Hallo Ministerium, ist da jemand?

Es ist ja schön und gut, dass wir jetzt ein neues Regierungsteam haben. Wenn aber keiner eine klare Antwort auf die brennende Frage parat hat, wie es denn in Sachen Corona weitergehen soll, fragt man sich schon, wozu es das „Jetzt wird alles anders“-Getöse zur Neubesetzung gebraucht hat. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein & Co. müssen schnell sagen, was sie in der Corona-Politik wollen - und dann auch bitte konsequent umsetzen.

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Die SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat schon einen Punkt, wenn sie den grünen Gesundheitsminister darauf aufmerksam macht, dass es mehr für sein Amt braucht, als den Sternsingern die Ministeriumstüre zu öffnen. Viel mehr lechzt die Bevölkerung nach einem konkreten Fahrplan, was man in der Pandemiebekämpfung denn eigentlich will: ein rigoroses Bekämpfen des Virus oder ein „Durchlaufenlassen“? Ja, sag, lieber Minister, wie hast du‘s mit Corona?

Durchseuchung wird passieren
Denn die bisherige Doktrin - eine breite Ansteckung der Österreicher mit allen Mitteln zu verhindern - scheint jetzt nicht mehr oberstes Gebot zu sein. Es ist nämlich schon bezeichnend, dass die Leiterin des Covid-Gremiums davon spricht, dass eine „Durchseuchung“ zwar nicht gewollt ist, aber wohl oder übel „passieren wird“. Das klingt nämlich mehr nach einer Kapitulation gegenüber dem Virus als nach dem bisher bekannten „koste es, was es wolle“.

Nur ein Lockdown hilft gegen die Omikron-Welle
Auch die rührende Idee, dass bei einer mittlerweile fünfstelligen Neuinfektionszahl eine Maskenpflicht im Freien helfen soll, ist eher ein halbherziger als ein ernstzunehmender Versuch, die Verbreitung von Omikron zu verhindern. Klar ist nämlich, dass nur harte Bandagen wie ein neuerlicher Lockdown die rasante Verbreitung stoppen können. Diese Vorstellung mag einem zwar die Rückenhaare aufstellen - sie ist nur leider Fakt.

Was wirklich nervt
Dennoch ist es völlig legitim, wenn sich eine Regierung gegen ein weites Herunterfahren des Landes entscheidet und künftig auf ein „Durchlaufen“ setzt. So lockert zum Beispiel Israel seine Bestimmungen trotz hoher Corona-Zahlen. Das, was nämlich nervt, ist nicht die Maske, nicht das Testen, nicht der 2G-Nachweis sondern nur das planlose Herumlavieren nach dem Motto „Schau ma mal, dann wer ma sehen“.

Deswegen sei unseren Politikern hiermit ins Stammbuch geschrieben: Egal, wie ihr euch entscheidet - es ist ok. Ihr müsst es uns Österreichern nur deutlich sagen!

Katia Wagner
Katia Wagner
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