Abgebrüht im Verhör

Zum Bandenkrieg per Zug aus Wien angereist

Auf dem Wiener Neustädter Bahnhof lieferten sich rivalisierende Banden eine wilde Schlägerei. Skurril: Die Streithähne, 20 Burschen mit Migrationshintergrund, kamen per Bahn aus Wien.

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Das Gelände beim Wiener Neustädter Bahnhof verwandelte sich Donnerstagabend in das Kampfgebiet zweier verfeindeter Jugendbanden. Zuerst flogen die Fäuste, dann wurden Messer gezückt, und schließlich fielen sogar Schüsse. Deshalb rückte gegen 18 Uhr ein Großaufgebot der Polizei, unterstützt von Elite-Beamten der Cobra, aus, um die Gewaltorgie aufzulösen. „Vier Verdächtige wurden festgenommen“, so ein Kriminalist zur „Krone“. Einer der Streithähne wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Bei der Einvernahme dann der erstaunliche Hintergrund: Bei allen Schlägertypen handelt es sich um Burschen mit Migrationshintergrund (Türken, Tschetschenen, Syrer), die in Wien wohnen und eigens per Zug zum brutalen Kräftemessen angereist waren. Zwei verdächtige 15-Jährige, ein Türke und ein Tschetschene, leben in Meidling, weitere zwei Festgenommene – ohne Staatsangehörigkeit – im 7. und 15. Bezirk.

Rotzige Antworten bei der Polizei-Einvernahme
So jung sie auch sind, so abgebrüht gaben sich die Burschen beim Verhör. Auf die Polizei-Frage, weshalb sie ausgerechnet Wiener Neustadt als Arena für ihren Bandenkrieg gewählt hatten, antworteten sie frech: „Wir sind halt in Wien in den falschen Zug eingestiegen.“

Möglicher Hintergrund des Konfliktes: Streit um Drogen-Territorien in und um die Bundeshauptstadt. Laut vertraulichen Hinweisen dürfte die Mehrzahl der Bandenmitglieder in den vergangenen Monaten problemlos über Ungarn nach Österreich eingereist sein.

Im Interview mit „Krone“-Redakteur Thomas Werth forderte Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger klar: „Da es sich bei den Beteiligten um Gruppen mit Migrationshintergrund handelt, wird man auch die Aufenthaltstitel überprüfen müssen.“

Christoph Matzl
Christoph Matzl
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