05.01.2022 08:00 |

Angerer im Interview

FPÖ-Chef: „Ich werde der Spitzenkandidat sein!“

Kärntens FPÖ-Landesparteiobmann Angerer spricht im Interview mit der "Krone" über die Landtagswahl, seine Ziele und Positionierung in Sachen Corona und Kickl.

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Nach Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und seiner Meinung zur Atomkraft lässt nun FPÖ-Landeschef Erwin Angerer im „Inoffiziell“-Gespräch aufhorchen. Es geht um den Wahltermin, regulär wäre es ja der 5. März 2023. Angerer schließt aber gar nichts aus: „Ich kann mir vorstellen, dass wir im Herbst wählen – man weiß ja nicht, was im Bund geschieht. Sollte es Neuwahlen geben, wäre SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner vielleicht ein gemeinsamer Termin mit einer Kärntner Landtagswahl recht. Das ist durchaus vorstellbar.“

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Ich kann mir vorstellen, dass wir im Herbst wählen – man weiß ja nicht, was im Bund geschieht.

Erwin Angerer, FPÖ-Landesparteiobmann in Kärnten

Für Angerer, seit 2. Oktober der Parteiobmann, aber als Nationalratsabgeordneter eher im Bund als im Land verankert, könnte die Wahl zur Herausforderung werden. „Das sehe ich nicht. Ich werde der Spitzenkandidat sein und als Nationalrat in die Wahl gehen. Danach schauen wir dann weiter.“ Wie dieses „weitere Ausschauen“ aussehen könnte, ist für Erwin Angerer klar: „Wir wollen gestalten und wir wollen regieren. Und wir wollen so nah wie möglich an die 30 Prozent.“

Was allerdings angesichts des Antretens der Coronaleugner von MFG schwierig werden könnte, beide Parteien fischen im selben Wählerteich. Das Rennen um den ersten Platz will die FPÖ erst gar nicht antreten. „Es wäre unrealistisch zu glauben, wir schaffen den ersten Platz vor der SPÖ.“

Noch ein Problem hat Angerer und das heißt Herbert Kickl. Dessen radikale Wortwahl in der Pandemie samt Empfehlung eines für Pferde gedachten Wurmmittels könnte potenzielle Blauwähler abschrecken. Angerer ist vorsichtiger: „Ich bin gegen eine Impfpflicht. Ich setze auch auf Medikamente, würde aber als Nichtmediziner niemals ein Mittel namentlich nennen.“ Demos werde die FPÖ in Kärnten keine mehr veranstalten, so der FPÖ-Obmann.

Sachthemen der FPÖ
Dann gibt’s für eine Oppositionspartei trotzdem Sachthemen. Arbeit, Wirtschaft, Abwanderung, Pflege und Gesundheit seien das für die Freiheitlichen, so deren Parteiobmann. Angerer hat einen Vorschlag: „Die etwa 350 Millionen, die Kärnten aus der Heta-Abwicklung erhält, sollten in einen zweckgebundenen Investitionsfonds fließen.“ Außerdem fordert er, den Flughafen zur Chefsache von Landeshauptmann Kaiser zu machen. „Derzeit schwafeln alle Politiker nur herum. Es geht um eine Riesenchance für das Land.“

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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