01.01.2022 20:00 |

Schon 400 Jahre alt

Doppel-Jubiläum für Universität Salzburg

Universitäten und ehrwürdige Wissenschaftsinstitutionen feiern 2022 runde Jubiläen. Die Paris Lodron Universität Salzburg begeht sowohl den 400. Jahrestag ihrer Gründung wie auch den 60. Jahrestag ihrer Wiedereröffnung. Die Universität für Bodenkultur (Boku) Wien wiederum wurde vor 150 Jahren gegründet. Und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) blickt auf ihr 175-jähriges Bestehen zurück. An allen drei Einrichtungen stehen Festveranstaltungen am Programm.

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Universitätsgründungen im 17. Jahrhundert waren nicht simpel: Bevor eine solche entstehen konnte, musste eine Stadt ein Gymnasium besitzen - dieses konnte dann nach dem O.K. von Papst und Kaiser „universitas magistrorum et scolarium“ (Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden) erweitert werden, heißt es in der Chronik der Uni. In Salzburg kam noch das Spezialproblem dazu, dass hier der Jesuitenorden nicht angesiedelt war, der für gewöhnlich die Lehrkräfte stellte.

Werbetour für Lehrpersonal
Erzbischof Marcus Sitticus konnte die Lehrer erst nach einer Werbetour durch Süddeutschland, Österreich und Südtirol gewinnen - so wurde 1618 schließlich das Gymnasium gegründet. Statt der Jesuiten wurden die Benediktiner für das Projekt verpflichtet. Nach Marcus Sitticus‘ Tod 1619 folgte ihm Paris Lodron (1586-1653) in seinem Amt - dieser verlor wiederum keine Zeit zur Universitätsgründung. Schon 1620 stimmte der Kaiser zwar einer „Artistenfakultät“ (keine Zirkusschule, sondern nach den „Artes Liberales“ benannt, aus denen sich das Philosophiestudium entwickelte, Anm.) und damit einer Art Magisterstudium zu, verweigerte aber sein Ja zu einem Vollstudium.

Paris Lodron ließ allerdings nicht locker, und am 4. Oktober 1622 traf das kaiserliche Privileg zur Neugründung einer Salzburger Universität offiziell ein. Am 8. Oktober wurde sie schließlich formell errichtet. Erst verspätet kam dann die Zustimmung des Papstes, nämlich 1625 - deshalb tauchten auch immer wieder 1620 oder 1625 als Gründungsdaten auf.

Ein normales Studium sah damals folgendermaßen aus: Nach dem Gymnasium folgte einheitlich ein zweijähriges Philosophiestudium, anschließend konnte man sich zwischen Theologie oder Jus entscheiden. Anders als an anderen Unis gab es in Salzburg allerdings keine Medizinische Fakultät, sondern höchstens eine Professur dafür - dieses Schicksal wiederholte sich sehr zum Ärger der Landespolitik dann nach der Wiedergründung im 20. Jahrhundert.

Wiedererrichtung vor 60 Jahren
Ein allzu langes Dasein blieb der Universität nicht beschieden. Im Zuge der Aufklärung verlor sie an Bedeutung und Studenten. Nach der Angliederung Salzburgs an Bayern 1810 wurde sie wieder zu einem Lyzeum herabgestuft. Erst 1962 wurde sie als Alma Mater Paridiana wiedererrichtet, zwei Jahrer später begann der Lehrbetrieb. Heute gliedert sie sich in vier Fakultäten (Theologie, Jus, Kultur- und Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften) und hat rund 18.000 Studierende.

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