Viele Gefahren

Geheim-Prostitution in Wiener Wohnungen boomt

Kriminalisten warnen vor ungeschütztem Sex mit Prostituierten, oftmals liegt kein Gesundheitszeugnis vor. Ein weiteres Problem: Etwa 400 Frauen sind in Privaträumen Gewalt ausgesetzt.

Nachdem diverse „Sex-Institute“ wie Bordelle, Laufhäuser oder Etablissements Corona-bedingt zusperren mussten, herrschte kurzzeitig Flaute in der Wiener Rotlichtszene. Da aber gleichzeitig viele Touristen in der Bundeshauptstadt ausblieben, standen viele Wohnungen, die sonst über Buchungsportale privat vermietet werden, frei - und somit für die illegale Prostitution offen. Und genau diese Marktlücke nutz(t)en laut Schätzungen von Kriminalisten rund 300 bis 400 Sexarbeiterinnen als neuen Arbeitsplatz.

„Allerdings endete die illegale Prostitution in diesen Appartements für etliche Damen des Gewerbes mit gewalttätigen Übergriffen“, so Wolfgang Langer, Leiter des Referats für Prostitutionsangelegenheiten. Offenbar alleine und ohne Schutz durch Zuhälter, werden Freudenmädchen immer öfter Opfer aggressiver Männer.

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Illegale Prostitution endete in diesen Appartements für etliche Damen des Gewerbes mit gewalttätigen Übergriffen.

Wolfgang Langer, Leiter des Referats für Prostitutionsangelegenheiten

Diese neue Form des Sexgeschäftes bringt auch andere Gefahren mit sich. „Viele Frauen sind medizinisch nicht untersucht. Nur wenige verfügen über ein gültiges Gesundheitszeugnis“, so Langer im „Krone“-Gespräch. Ein Hauptproblem der Prostitution in den Privatwohnungen besteht darin, dass die Werbung für den illegalen Sex einfach über das Internet erfolgt. Bedeutet, das älteste Gewerbe der Welt nutzt den Vorteil von Sexportalen, um so Kunden anzulocken.

Anbahnung erfolgt straffrei über ein Internetportal
Da diese Art der Anbahnung in Österreich nicht verboten ist, blühte das Geschäft auch rund um die Weihnachtsfeiertage. Und wenn nun am 31. Dezember so manche Silvesterrakete illegal abgefeuert wird, ist wohl auch damit zu rechnen, dass so mancher Sektkorken bei einem feuchtfröhlichen „Schäferstündchen“ knallen wird.

Um diese sexuellen und doppelt gefährlichen Ausuferungen endlich in den Griff zu bekommen, fordern deshalb engagierte Kriminalisten: „Die ungenierte Werbung für den verbotenen Sex in Mietwohnungen über Internetseiten muss verboten werden!“

Vor allem in den Zeiten eines Lockdowns sollte dieser Form der für beide Seiten potenziell gefährlichen Geheimprostitution ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden.

Christoph Matzl
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 krone.at
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Montag, 17. Jänner 2022
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