Mi, 15. August 2018

U2-Verlängerung

27.04.2011 13:04

Öko-Fußabdruck laut Studie dreimal geringer als bei Pkw

Einen dreimal geringeren ökologischen Fußabdruck als eine angenommene Vergleichsstrecke für Pkw hat die U2-Verlängerung vom Schottenring zur Seestadt Aspern. Das geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung der Technischen Universität Wien im Auftrag der Wiener Linien hervor. Erstmalig wurden in dieser Studie die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des U-Bahn-Ausbaus, der benötigten Infrastruktur und des Betriebs untersucht. Zuvor hatte man lediglich den Betrieb betrachtet.

"Die U-Bahn und der U-Bahn-Ausbau sind wichtigster Motor der Stadtentwicklung in Wien", fasste Günter Steinbauer, der Geschäftsführer der Wiener Linien die Bedeutung der Wiener U-Bahn zusammen. Durch die Studie habe man am Beispiel der U2-Verlängerung die drastische Umweltschonung dargestellt. Zudem sei der Verbrauch an Transportleistung sowie an Flächenbedarf drei- bis sechsmal geringer als im Straßenverkehr.

Materieller und energetischer Aufwand für Bau und Betrieb
Festgestellt wurde das Ergebnis durch die Berechnung des ökologischen Fußabdruckes. Damit wird der Verbrauch von Natur durch den Menschen gemessen. Dabei werden die vom Menschen genutzten Flächen den vorhandenen ökologisch produktiven Flächen gegenübergestellt. Gemessen wird der ökologische Fußabdruck in Hektar, wobei die U2-Verlängerung rund 3.100 Hektar pro Jahr ausmacht. Wenn die Transportleistung der U-Bahn-Strecke mit Pkw erbracht würde, ergibt das einen ökologischen Fußabdruck von 10.100 Hektar jährlich.

Zur Berechnung des ökologischen Fußabdruckes wurden sowohl der materielle, als auch der energetische Aufwand für den Bau und den Betrieb der U2 herangezogen. Dies umfasst unter anderem den Bau der Tunnel- und Hochstrecken, die Produktion von zusätzlichen U-Bahn-Zügen für die Strecke sowie die Energie für Beleuchtung und Heizung der einzelnen Stationen.

Rund 5.000 fanden durch Ausbau Beschäftigung
Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen wurden in einer weiteren Studie der TU Wien, des WIFO und Joanneum Research erfasst. Der Fokus wurde dabei auf die Beschäftigungs- und regionalwirtschaftlichen Effekte der U2-Verlängerung in der Bauphase gelegt: Bei einer Gesamtinvestition von 1,4 Milliarden Euro wurde eine Wertschöpfung von 3,8 Milliarden Euro erzielt. Davon blieben 83 Prozent in Österreich. Vor allem die Wiener Wirtschaft profitierte stark.

Beschäftigungsmäßig wirkte sich der U-Bahn-Ausbau positiv aus: Rund 17.000 Menschen pro Milliarde Auftragssumme fanden Beschäftigung. Im Vergleich dazu waren es nur 11.000 Beschäftigte pro Milliarde im Straßenbau. Insgesamt flossen durch die U2-Verlängerung 750 Millionen Euro an Steuern und Sozialversicherungsabgaben an den Fiskus zurück. Rund 5.000 Menschen fanden durch den U-Bahn-Ausbau eine dauerhafte Beschäftigung, bestätigte die Studie.

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