28.12.2021 17:58 |

„Haben eh alles getan“

Corona-Fall: „Kitzloch“-Chef versteht Wirbel nicht

Wieder Ischgl, wieder das „Kitzloch“: Jenes Lokal, das Anfang 2020 zum „Superspreader“-Hort wurde, ist nun wieder in den Schlagzeilen. Ein ungeimpfter Mitarbeiter wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Es folgte ein öffentlicher Aufruf der Behörden, Personen, die sich am 23. und 24. Dezember im „Kitzloch“ aufgehalten hatten, sollen einen PCR-Test machen. Nur einer versteht die Aufregung nicht: „Kitzloch“-Wirt Bernhard Zangerl. Er meint, man hätte „eh alles gemacht, was uns angeschafft wurde“.

Im März 2020 war ein Barkeeper des „Kitzloch“ positiv auf der Coronavirus getestet worden. Mittlerweile ist es sogar wissenschaftlich evaluiert, dass sich die Aprés-Ski-Bar sowie der ganze Ort Ischgl rasch als „Infektionsherde mit unrühmlicher internationaler Dimension“ entpuppt, wie es Virologin Dorothee von Laer von der Meduni Innsbruck bezeichnete. Von Ischgl aus wurde das Virus vielfach nach Deutschland, Dänemark, Norwegen oder Island exportiert.

„Das ist nur wegen dem Namen“
Einsicht, dass man das Infektionsgeschehen vielleicht unterschätzt habe, gab es offiziell kaum bis gar nicht. Jetzt, fast zwei Jahre nach dem Ausbruch, gibt es wieder einen positiven Fall im „Kitzloch“ - der Mitarbeiter war nicht geimpft. Betreiber Bernhard Zangerl versteht im „Puls24-Interview“ die Aufregung nicht: „Das ist nur wegen des Namens ,Kitzloch‘, es gibt überall positive Fälle. Es gibt aber keinen anderen Betrieb, wo das öffentlich ausgeschrieben wird.“

Man habe sich an alle Vorschriften gehalten, es gebe Listen der Gäste zur Kontaktverfolgung, so Zangerl: „Wir haben alles gemacht, was man uns aufgetragen hat, sonst hätten wir jetzt einen Cluster.“ Bislang seien alle Gäste und Mitarbeiter negativ getestet worden, erklärte der Lokalbetreiber. Dass sein Mitarbeiter nicht geimpft gewesen sei, sei darauf zurückzuführen, dass dieser „ein Problem mit dem Immunsystem“ habe. Das habe er auch vom Arzt bescheinigen lassen. Stattdessen sei der Mitarbeiter jeden zweiten Tag PCR-getestet worden.

„Après-Ski so wichtig wie der Opernball“
Zangerl, der sich zum Saisonauftakt für den unbedingten Erhalt der „Kultureinrichtung“ Après-Ski ausgesprochen und das kollektive Partymachen nach dem Einkehrschwung als „so wichtig wie der Opernball (Anm. ,der übrigens abgesagt wurde ...)“ bezeichnet hat, hat naturgemäß auch mit den Corona-Bestimmungen seine liebe Not. So verstünde er nicht, welchen Unterschied es mache, ob die Sperrstunde 22 oder 23 Uhr sei: „Das ist wieder so eine politische Gschicht.“

Derweil darf im „Kitzloch“ übrigens munter weitergegessen und -getrunken werden. Und eine positive Nachricht gab es auch: Der Kellner war nicht mit der hochansteckenden Omikron-Variante infiziert. Immerhin. 

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